Breitscheid (Hessen)

Die Gemeinde Breitscheid liegt auf der Grenze zwischen Hohem Westerwald und dem Hessischen Westerwald. Im Süden reckt sich der Höllberg auf 643m in die Luft, ostwärts ziehen sich die Täler des Erdbachs und des Medenbachs, während westlich der Ortsteil Rabenscheid den Aubach ins Tal entlässt. Die erdgeschichtliche Vergangenheit, die sich rund um die Erdbach-Schwinde dem Betrachter präsentiert, macht Breitscheid zum Pflichttermin für den Westerwaldurlauber.

Unterhalb von Breitscheid verschwindet der Erdbach im Kleingrubenloch und bildet ein weit verzweigtes Netz von Gängen und Spalten. Neben den Erdbach-Höhlen wurden weitere Höhlensysteme – als Herbstlabyrinth bekannt geworden – gefunden.

Erdbach liegt im so genannten Dreizeiteneck, dort wo das 400 Millionen Jahre alte Korallenriff auf den Wattenmeerboden des 300 Millionen Jahre zurückliegenden Karbons stößt, überlagert von Ton-Schichten des Tertiärs, die Rohstoffgrundlage für die Töpferei und Tonindustrie sind. Das Museum Zeitsprünge sowie ein ausgebauter Karstlehrpfad laden zur Entdeckung von Erdbach und seinen Höhlen ein.

Rabenscheid liegt noch auf dem Basaltplateau des Hohen Westerwalds. Bemerkenswert ist hier die alte Basaltkirche, eine Wehrkirche, bei der der Zugang zum Turm nur über den Speicher des Kirchenschiffs möglich war, um das Gotteshaus in stürmischen Zeiten besser verteidigen zu können.

Den Hauptort Breitscheid am sonnenreichen Osthang der Westerwaldhöhen kennzeichnen seine reichen Tonvorkommen, die hier mehrere Jahrhunderte ein blühendes Töpferhandwerk – die Häfnerei – begründete. Seit der Entdeckung der ersten Vorkommen, betrieben viele Bewohner neben der Landwirtschaft noch kleine Häfnereien und vertrieben ihre Produkte über die Ortsgrenzen hinaus. Die Geschichte der Häfnerei thematisiert das 2003 eröffnete Töpfermuseum Breitscheid. Es zeigt eine Sammlung aus 260 Jahren Häfnerei (Töpferhandwerk) und bietet auch die Möglichkeit, sich selbst als Häfner zu versuchen.

Gusternhain liegt am Fuße des unter Naturschutz stehenden Vulkanfelsens Barstein (614m ü. NN). Der Name Barstein stammt von einer Legende, in der es heißt, dass vor langer Zeit ein Barde an einen Fels auf dem Barstein angekettet und von den Tieren des Waldes ernährt wurde. Auch wenn das unangenehm gewesen sein mag: Der Barde konnte auf jeden Fall vom Barstein aus einen herrlichen Ausblick über der Hohen Westerwald genießen.

Für sportliche Aktivitäten sei der Flugplatz Auf der Hub zwischen Breitscheid und Rabenscheid empfohlen. Dies gilt nicht nur für ausgewiesene Segel- und Sportflieger. Es besteht auch die Möglichkeit zum Fallschirmspringen – allein oder im Team mit einem erfahrenen Tandem-Master. Einmal jährlich findet der Internationale Flugtag Breitscheid statt und lockt zahlreiche Besucher auf die Hub.

Breitscheid erreicht man über die Autobahnausfahrt Herborn-West der A 45. Dort folgt man der B 255 Richtung Montabaur und fährt bei Schönbach ab Richtung Breitscheid. Von Norden kommend kann man über die Ausfahrt Haiger / Burbach der A 45 den Weg durchs Aubachtal in Richtung Breitscheid nehmen. Breitscheid liegt 462m ü. NN, hat mit seinen fünf Ortschaften Breitscheid, Erdbach, Medenbach, Gusternhain und Rabenscheid ca. 5.300 Einwohner und gehört zum Lahn-Dill-Kreis (LDK).

Vgwort