Erdbach-Schwinde

Zwischen Breitscheid und Erdbach entspringt der gleichnamige Bach, der am sogenannten Kleingrubenloch in die Erde verschwindet und erst nach 14-34 Stunden Fließdauer in 1.200m Entfernung am Erdbacher Steinbruch wieder austritt. Dieses Erdbach-Schwinde genannte Phänomen zog früh Archäologen in den Hessischen Westerwald.

So grub bereits 1884 Oberst von Cohausen in den Steinkammern im Rolsbachtal am Erdbach und stieß dabei auf eine Begräbnisstätte aus der Hallstattzeit (um 550 v.Chr.). Dort wurde neben den Gebeinen von vier Erwachsenen und einem Kind auch Grabbeigaben wie der Erdbacher Wendelhalsring gefunden. Die Steinkammern sind heute frei zugänglich und können auf eigene Faust erkundet werden.

Aber erst 1965 gelang es, in die Erdbachhöhle selbst einzusteigen und weitere 30 Jahre vergingen, bis die Forscher auf einen kleinen luftgefüllten Raum mit Tropfsteinen stießen, von dem aus ein weiteres Höhlensystem verzweigt. Zusammen umfassen beide Höhlen etwa 2km Länge.

Am Erdbach-Austritt wurde das Fossilienschutzgebiet Homberg eingerichtet. Hier wurden bei zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen viele Versteinerungen entdeckt, u.a. der Zahn eines Haifisches, Muscheln und Urzeitkrebse. Dies sind alles Befunde für die Tatsache, dass das hier vor ca. 350 Mio. Jahren ein Wattenmeer existierte.