Hoher Westerwald

Der Hohe Westerwald erstreckt sich um die Hochfläche zwischen Rennerod, Bad Marienberg und Westerburg. Die südliche Ausdehnung reicht bis nach Wallmerod. Im Norden streift der Hohe Westerwald im Freien Grund die Ausläufer des Siegerlandes. Die östliche Grenze verläuft mit der Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz, die westliche Grenze auf einer gedachten Linie von Herdorf im Norden bis Wallmerod im Süden.

Der historische Kern des Westerwalds ist das Gebiet um Stein-Neukirch in der Gemeinde Rennerod. 1048 erfolgt eine erste urkundliche Nennung, die den Wald im Westen des Königshofes Herborn Westerwald genannt hat. Die Herrschaft Westerwald setzte sich aus den späteren drei Kirchspielen Marienberg, Emmerichenhain und Neukirch zusammen. Erst später werden die sechs Kirchspiele Hundsangen, Nentershausen, Meudt, Salz, Rotenhain und Höhn Kirchspiele zum Westerwalde genannt. Den ursprünglichen Westerwald findet man demnach auf den Hochebenen zwischen Fuchskaute (657m), Stegskopf (654m) und Salzburger Kopf (653m). – den drei höchsten Erhebungen im Westerwald.

Beginnen wir die Reise durch den Hohen Westerwald im Süden, erstreckt sich zunächst die Gemeinde Wallmerod entlang der Wasserläufe des Eisenbachs und des Ahrbachs. Hier findet man schöne Wandergebiete in der Gemarkung Boschern bei Hundsangen. Weiter nördlich erreicht man Molsberg. Das gleichnamige Schloss ist seit 1657 bis heute Stammsitz der Grafen von Walderdorff. Das Schloss kann nicht besichtigt werden. Aber der Landschaftsgarten mit der bekannten Linden-Allee von 1760 ist zugänglich. Im Gartenpavillon finden regelmäßig Kunstaustellungen statt.

Das Westerburger Land schließt sich nördlich an. Angefangen bei Weltersburg – einer Burgruine mit hervorragender Aussicht über das Elbbachtal – über das Naturdenkmal Kranstein und den mächtigen Basaltrücken Watzenhahn bis zum Westerburger Kopf reihen sich Naturschönheiten aneinander. Zu den beliebtesten Ausflugszielen im Westerwald gehört die seit 1929 unter Naturschutz stehende Holzbachschlucht bei Gemünden, der sich wenige Kilometer weiter befindliche Wiesensee und der Industrie- und Erlebnispark Stöffel. Das kleine Städtchen Westerburg besticht mit seinem schönen Schloss und der Liebfrauenkirche.

Auf der Renneroder Hochfläche befinden wir uns im Zentrum des Hohen Westerwalds, wo die rauhe Landschaft am besten zur Geltung kommt. Das mag man an den malerisch gelegenen Secker Weihern noch nicht so recht glauben, sieht man aber bei den typischen, aber selten gewordenen Wacholderheiden bei Westernohe und der kargen Landschaft an der Fuchskaute und dem Salzburger Kopf. Sehenswert ist das malerische Fachwerkrathaus in Rehe, die höchste Westerwaldkirche in Stein-Neukirch und der Ketzerstein bei Liebenscheid.

Der Kurort Bad Marienberg liegt auf der Marienberger Höhe und bietet nicht nur dem Westerwaldsteig-Wanderer gute Erholungsmöglichkeiten z.B. im Kurpark mit dem Apothekergarten und einem Barfußweg der Sinne. Am Rande von Bad Marienberg markieren die Wolfsteine die ehemalige Grenze der Herrschaft zum Westerwald. Der Hedwigturm am Wildpark bietet schöne Aussichtsmöglichkeiten. Gegenüber dem Wildpark befindet sich der Basaltpark Bad Marienberg. Er verschafft einen guten Eindruck über die vulkanische Entstehung der Westerwaldhöhen. Schöne Wandermöglichkeiten bestehen im Naturschutzgebiet Bacher Lay bei Nisterau und im Wäschbachtal bei Unnau.

Das Daadener Land ist eine waldreiche Gegend, die sich vom Stegskopf (654m) westlich entlang des Daadenbachs erstreckt. Der Stegskopf war bis in die 1930er Jahre eine der Keimzellen des deutschen Skisports und der Wanderbewegung. Hier auf der Siegfriedhütte entstand u.a. auch der Text zum bekannten Westerwaldlied. Schöne Wandermöglichkeiten gibt es rund um Schloss Friedewald, im Naturschutzgebiet Schimmerich und natürlich in Daaden selbst.

An das Daadener Land schließt sich im Norden der Freie Grund an, der politisch schon teilweise zum Siegerland gehört. Die Aussicht vom Pfannenbergturm, die Wacholderheiden in der Gambach, das Naturschutzgebiet am Hohenseelbachskopf (504m) oder ein Abstecher nach Herdorf im Hellertal - es gibt zahlreiche spannende Eindrücke zu entdecken. Ein Abstecher ins Bergbaumuseum Sassenroth sollte auf dem Programm nicht fehlen. Es beherbergt u.a. ein Schaumuseum, das die Arbeit unter Tage dokumentiert.

Der Hohe Westerwald lässt sich am besten über die Bundesstraße B 54 von der Autobahnausfahrt Haiger-Burbach der A 45 oder der Bundesstraße 414 erreichen. Die Bundesstraße B 414 zweigt in Höhe von Driedorf von der B 255, die von der Autobahnausfahrt Herborn-West kommt, ab.