Daadener Land

Zwischen dem Stegskopf (654m) und dem Höllenkopf (628m) entspringt im Randgebiet von Hohem Westerwald und dem Neunkhauser Plateau die Daade. Der 16km lange Zufluss der Heller prägt das Daadener Land, das durch die Talgemeinden Daaden, Niederdreisbach und Schutzbach sowie die Höhengemeinden Emmerzhausen, Mauden, Derschen, Friedewald, Nisterberg und Weitefeld gebildet wird.

Im Dreiländereck von Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Hessen gelegen, ist das Daadener Land eine waldreiche Mittelgebirgslandschaft mit langer Tradition. Die ersten urkundlichen Erwähnungen datieren auf 848 (Weitefeld) bzw. 1219 (Daaden). Friedewald erhielt 1324 von König Ludwig dem Bayer, die gleichen Rechte, wie die Reichsstadt Frankfurt am Main.

Auch Wandern und Skifahren haben im Daadener Land eine lange Geschichte. So wurde am Stegskopf (654m) bereits 1913 die Siegfriedhütte gebaut, eine befestigte Wanderhütte, die für Wanderer aus dem Westerwald und dem benachbarten Siegerland ein regelmäßiges Ziel war. Hier soll 1932 auch in geselliger Runde der Text für das international bekannte Westerwaldlied entstanden sein: „Oh du schöner Westerwald, über deine Höhen pfeift der Wind so kalt. Jedoch der kleinste Sonnenschein dringt tief ins Herz hinein“. Die Siegfriedhütte verdankt ihren Namen Siegfried Koch, der u.a. den Skisport in Westdeutschland etablierte und den Stegskopf zu einem der ersten Skigebiete nördlich der Alpen machte.

Wirtschaftlich ist das Daadener Land eine klassische Bergbauregion. Bis um 1750 befanden sich im Daadetal verschiedene Eisen- und Kupferhütten sowie Hammerwerke. Das hier verarbeitete Erz stammte aus den Gruben in Biersdorf, Niederdreisbach und Schutzbach. Das 1709 erstmals erwähnte und erst 1964 stillgelegte Berkwerk Füsseberg in Biersdorf war der letzte aktive Bergbaubetrieb im Siegerland. Bis auf 1.100m wurden hier die Stollen abgeteuft.