Stegskopf (Emmerzhausen)

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Der Stegskopf ist mit 654m der zweithöchste Berg im Westerwald, landschaftlich aber sicherlich die schönstgelegene Erhebung. Der Stegskopf liegt in der Gemarkung der Ortsgemeinde Emmerzhausen, die zur Verbandsgemeinde Daaden gehört.

Die Aussicht vom Stegskopf reicht weit über das Siegerländer Rothaargebirge und bis ins Sauerland zum Kahlen Asten (842m) im Norden, das hessische Lahn-Dill-Bergland im Osten, den Taunus mit dem Großen Feldberg (881m) im Süden und die Eifel mit der Hohen Acht (747m) im Westen. Bis in die 1930er Jahre gab es keine Autostraßen, die bis auf den Stegskopf führten. Daher war es den Stille und Natur suchenden Wanderern vorbehalten, sich hierhin zurückzuziehen.

Am 30. November 1913 weihten die Emmerzhäuser auf dem Stegskopf die Siegfriedhütte ein. Die gemauerte Hütte enthält einen Aufenthaltsraum mit Küche, zwei getrennte Schlafräume mit je sechs Betten, zwei Keller und eine große Veranda mit herrlicher Fernsicht hinüber zum Siebengebirge und dem Sauerland. Die Hütte dient im Winter den Wintersportlern, im Sommer den Wandervögeln und Schülern zur Unterkunft. In einer Entfernung von 350 m zur Hütte befindet sich östlich das Sonnenscheinsborn genannte Quellgebiet des Daadenbach.

Die Siegfriedhütte wurde auf Initiative des Neuwieder Kaufmanns Siegfried Koch gebaut, einem Pionier des Skisports in Westdeutschland. Bereits 1895 schnallte er sich Skier an und gründete 1910 den Wintersportverein Daaden. Es wurde ein Rodelbahn und eine Skisprungschanze angelegt und die ersten Skitouristen konnten es sich in der Siegfriedhütte bequem machen. Bis zum Jahr 1951 wurde die mehrmals neu angelegte Sprungschanze für Meisterschaften genutzt. In den 1950er Jahren wurde die alte Siegfriedhütte dann wegen der militärischen Nutzung des Geländes abgerissen.

Der heutige Truppenübungsplatz blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits im Ersten Weltkrieg wurde auf dem Stegskopf eine militärische Signalstation, die nach Wetzlar „blinkte“ eingerichtet. 1934 bezog der Reicharbeitsdienst das neu errichtete Lager York von Wartenburg, um es 1938 für die Polizei zu räumen, die hier das erste große Übungslager in der Westmark errichtete. 1943 übernahm die Hitlerjugend die Anlagen für ihr Reichausbildungslager Prinz Eugen.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kamen die Franzosen. Bis 1947 diente der Stegskopf als Ferienlager für Kinder aus Paris, die mit Pullmannwagen direkt von Paris bis nach Emmerzhausen mit dem Zug fahren konnten. Ab 1951 nutzte das französische Militär den das Lager am Stegskopf als Schießplatz, bis schließlich ab 1957 die Bundeswehr das Kommando über den Truppenübungsplatz übernahm. Über eine Million Soldaten wurden seitdem am Stegskopf ausgebildet.

Zwischen dem heutigen Truppenübungsplatz Stegskopf und dem Ort Emmerzhausen liegt etwa auf Höhe des Ortes Lippe das Naturschutzgebiet Emmerzhausen. 1983 wurden hier am Höllenkopf (628m) östlich vom Stegskopf rund 40ha Wald und Wiese geschützt. Sie weisen als letzte Naturfläche in Rheinland-Pfalz große Bestände der Trollblume – im Westerwälder Dialkekt „Wiesebobbel“ genannt – auf. Die gelbe Trollblume (Trollius europaeus) kann sich unter anderem bei Altkanzlergattin Loki Schmidt bedanken, die für ihre eigene Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen 9.000qm Trollblumenwiese erwarb, während sich vor Ort noch Verwaltungsbürokraten stritten. Diese Aktion beschleunigte die Ausweisung des Schutzgebiets enorm.

Die Trödelsteine (613m) liegen etwa 2km nordöstlich von Emmerzhausen auf einem Gebirgskamm. Die Trödelsteine sind ein Naturdenkmal aus Säulen und einem Blockfeld aus Feldspaltbasalt, welches hier im Tertiär durch das Grundgebirge gebrochen ist. Verschiedene Wanderwege kreuzen hier. Neben dem Siegerland Höhenring führt auch der Europäische Fernwanderweg E1 auf dem Weg vom Hohenseelbachskopf (504m) zur Fuchskaute (657m) hier vorbei. 2004 errichteten Mitglieder des Westerwaldvereins an den Trödelsteinen eine offene Schutzhütte für Wanderer und Radfahrer, die auch eine Informationstafel für kleinere Wanderungen in der Umgebung umfasst.