Wallmerod

Die Verbandsgemeinde Wallmerod wurde 1972 als Verwaltungseinheit für 21 Ortsgemeinden am südlichen Rand des Hohen Westerwalds gebildet. Wallmerod und die angrenzenden Orte schließen sich westlich an die Fürstenstadt Hadamar und die Gemeinde Dornburg an. Richtet man sich nach Westen, erreicht man Montabaur. Im Süden liegt Limburg, im Norden Westerburg.

Die Landschaft rund um Wallmerod wird geprägt durch den Oberlauf von Ahrbach und Eisenbach, zwei der vier Zuflüsse des Gelbachs. Mit Höhenlagen um 300m ist die Gemeinde Wallmerod nicht typisch für die herb-rauen Höhengebiete des Hohen Westerwalds und lässt auch spektakuläre Talformen vermissen. Trotzdem finden sich hier einige spannende Sehenswürdigkeiten auf dem Anstieg zum Hohen Westerwald.

Erstmals erwähnt wird der Ort Wallmerod 1276 als Treffpunkt zur Besiegelung des Friedens zwischen den Herren von Molsberg und dem Kloster Marienstatt. Wahrscheinlich ist Wallmerod jedoch noch deutlich älter: Es liegt im Verlauf der alten Handelsstraße von Köln nach Frankfurt. 1831 veranlasste Carl Wilderich Graf von Walderdorff – gebürtig aus Molsberg – dass das bisherige Amt Meudt nach Wallmerod verlegt wird und ließ dann auch gleich ein Gefängnis und ein Amtsgericht in Wallmerod erbauen.

Carl Wilderich Graf von Walderdorff war von 1834 bis 1842 Staatminister des Herzogtums Nassau und residierte seit 1828 auf seinem Schloss in Molsberg. Ihm gelang u.a. ein glücklicher Streich mit dem Erwerb des Wasserschlosses Langwiesen zwischen Boden und Ruppach-Goldhausen. Hier fand man auf über 250ha ein bis zu 100m dickes Tonlager, was zur Gründung der Waldorffschen Tongruben führte.

In der Gemarkung Wallmerod in Richtung Molsberg liegt das knapp 19ha große Naturschutzgebiet Steincheswiese. Hier leben verschiede, bestandsbedrohte Vogelarten z.B. der Neuntöter, das Braunkehlchen und der Sternschmötzer.