Kloster Marienstatt

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Idyllisch in einer Schleife der Großen Nister liegt am südöstlichen Eingang zur Kroppacher Schweiz das Kloster Marienstatt. Es wurde hier 1222 erbaut, nachdem das ursprüngliche Kloster zwischen Kirburg und Neunkhausen (Altenklosterhof) wegen Besitzstreitigkeiten aufgegeben werden musste.

Die Gründung der Abtei Marienstatt steht über die Mutterklöster Heisterbach im Siebengebirge und Himmerod in der Eifel in direkter Nachfolge des Gründungsklosters der Zisterzienser, der Abtei Cîteaux im Burgund. Mittelpunkt der Zisterzienser Abtei ist die Klosterkirche. Ihre Bauzeit betrug über 200 Jahre, was man ihr aber nicht ansieht. Sie wirkt wie aus einem Guss geplant und gebaut.

Die Abteikirche Unserer lieben Frau von Marienstatt gilt als älteste gotische Kirche östlich des Rheins. Bereits 1222 begonnen, bauten die Mönche über 200 Jahre an ihrer Kirche, bis sie 1425 vollendet war. Die Kirche hat ein dreischiffiges, siebenjochiges Langhaus, an das sich ein Querhaus und ein runder Chor mit Chorumgang anschließt. Getreu der zisterziensischen Idee ist sie sehr schlicht gehalten, hat nur einen Dachreiter anstatt Türme und ist außen nicht farbig gestaltet.

Das päpstliche Wappen über dem Eingangsportal dokumentiert, dass die Kirche zu ihrem 700jährigen Jubiläum im Jahre 1927 durch den Papst zur Basilica minor erhoben wurde – einer von knapp 1.500 Kirchen weltweit mit deutlich überregionaler Bedeutung. Das Chorgestühl aus der Zeit um 1290 zählt zu den ältesten in Deutschland, das noch regelmäßig für das Chorgebet genutzt wird.

Im Inneren der Klosterkirche sticht besonders der Altar hervor. Das heute im Hochchor stehende Ursula-Retabel (Altaraufsatz) gehört mit dem Oberweseler Goldaltar und dem Klarenaltar im Kölner Dom zu den bedeutendsten mittelalterlichen Flügelaltären des Rheinlands. Es wurde wahrscheinlich um 1350 mit einer Breite von fünf Metern und einer Höhe von 2,30m errichtet.

Das mittelalterliche Klostergebäude wurde durch einen 1747 eingeweihten Neubau im Barockstil mit charakteristischem Mittelpavillon ersetzt. Bemerkenswert ist das Treppenhaus, das ein Hadamarer Laienbruder in vierzig Arbeitsjahren geschnitzt haben soll. Im schlichten, barocken Kreuzgang befindet sich das stark beschädigte Original der Madonnenfigur aus dem frühen 14. Jahrhundert, die bis 1915 über dem Friedhofsportal am Nordquerhaus der Kirche angebracht war. Dort hängt seitdem eine Kopie. Von den barocken Wirtschaftsgebäuden ist lediglich die ehemalige Mühle gegenüber der Klosterpforte erhalten, die heute die Werkstätten beherbergt.

Das Klostergebäude besteht aus drei Flügeln, wobei der dritte Flügel erst 1909 angebaut worden ist, um die nahezu 80.000 Bände zählende Klosterbibliothek aufzunehmen. Die über Jahrhunderte gewachsene Schriftensammlung nennt einige historische Kostbarkeiten ihr Eigen, z.B. das „Marienstatter Psalterium“, das zu Beginn des 14. Jahrhunderts auf Pergament geschrieben und mit interessanten Miniaturen verziert wurde, der „Liber de viris illustribus Ordinis cisterciensis“ und ein „Nomasticon cisterciense“, also eine Sammlung wichtiger zisterziensischer Gesetzestexte, beide aus dem 15. Jahrhundert. Mehrere Wiegendrucke (aus der Zeit bis 1500), ein wertvoller Erstdruck des Zisterziensermessbuchs von 1515 und ein 1602 gedruckter kolorierter Atlas zählen ebenso zu den Kostbarkeiten der Marienstatter Bibliothek.

Das Abtei-Gelände wird von einer weitläufigen Bruchsteinmauer eingefasst, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammt. Die Steinbogenbrücke über die Nister ist ebenfalls bereits im Mittelalter gebaut worden und wurde 1721 erneuert. Oberhalb der Brücke finden sich in einem Felsen Fundamente der unvollendeten Burg Vroneck. Von diesem Felsenstübchen genannten Punkt hat man einen lohnenswerten Ausblick auf das Tal der Großen Nister.

Östlich des Abteigeländes liegt der kleine Ort Streithausen. Im Dorfzentrum ist das Scholtzen-Haus, ein liebevoll restauriertes Fachwerk-Ensemble sehenswert. Verlässt man den Ort in nördliche Richtung findet man die Reste einer Turmhügel-Burg (Motte), die im Volksmund Küppelweiher oder Hofküppel genannt wird. Vom ehemaligen Sitz der Herren von Nister ist heute nur noch ein rund 12m breiter Hügel oder Küppel übrig, der von einem kleinen Graben umgeben ist.

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