Weltersburg

Am südlichen Rand des Westerburger Landes liegt am Hang des Küppel der kleine Ort Weltersburg. Seinen Namen hat Weltersburg der ehemaligen Schutzburg zu verdanken, die wohl zur Sicherung der Köln-Frankfurter Straße im Mittelalter betrieben worden ist.

Bereits seit dem 18. Jahrhundert ist die Burg aber dem Verfall anheim gegeben, nachdem sie bereits 300 Jahre zuvor bei der Schlacht um die Weltersburg schwer beschädigt wurde. Auf dem Küppel (436m) sind heute nur noch wenige Reste der alten Anlage zu finden. Dafür hat man von dem für den Westerwald typischen Basaltkegel aber eine hervorragende Rundsicht über die Höhenzüge des Westerwaldes, des Taunus und ins Elbbachtal.

Am Hang des auch Burgberg genannten Küppel zeugt eine katholische Kapelle von den Streitigkeiten zwischen Kurtrier und den freien Herren von Westerburg. Die 1518 von Erzbischof von Trier eingeweihte Kapelle erhielt eine Reihe von Priveligen, damit hier Gottesdienstes gehalten werden konnten, als ob man „trierisch“ wäre.

Am Westrand von Weltersburg steht das Reifenberger Schlösschen (in alter Literatur auch Brambacher Schlösschen genannt). Das im 16. Jahrhundert erbaute Schlösschen ist ein zweistöckiger Steinbau mit Giebeldach und zwei Zwerchhäusern. An den Ecken findet sich je ein Rundturm mit Spitzhelm. Das von der niederadligen Familie von Reifenberg erbaute Schlösschen gehörte später der nahe mit Goethe verwandten Familie von Schuler. 1814 übernachtete der preußische Marschall Blücher auf dem Weg zu seinen gegen Napoleon ziehenden Truppen im Haus der von Schuler.

Verlässt man Weltersburg in Richtung Herschbach, findet man etwas außerhalb zwischen Fichten stehend die St. Leonhardskapelle. Das 1525 erstmals erwähnte Gotteshaus ist in jetziger Form 1863 neu erbaut worden. Einmal im Jahr – zu Erntedank - ist es Ziel einer Reiterprozession, die sich aus dem benachbarten Salz über einen Kreuzweg aufmachen, um die Tiere zu segnen.

An der Strasse von Weltersburg nach Willmenrod in Richtung Norden liegt 372m ü. NN das Naturdenkmal Kranstein. Ein kleiner Teil eines größeren Steinbruchs wurde wegen seiner Basaltsäulen als eindrucksvolles Geotop 1984 unter Schutz gestellt. Es gibt kaum einen Westerwald-Bildband ohne ein Kranstein-Foto.