Bad Marienberg (Westerwald)

Birkenhof BrennereiBirkenhof Brennerei

Im Zentrum des Hohen Westerwalds liegt auf der Marienberger Höhe der Kurort Bad Marienberg. Bad Marienberg ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, die insgesamt 18 Ortsgemeinden umfasst. Der Kurort besticht durch ein reichhaltiges touristisches Angebot und ist ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen in die Region.

Der Raum um das heutige Bad Marienberg wurde bereits in der Jungsteinzeit (4.000 v.Chr.) besiedelt. Die erste urkundliche Erwähnung als Mons Sanctae Mariae erfolgte jedoch erst 1258. Stadtrechte erhielt Bad Marienberg ebenfalls spät: 1939, drei Jahre nachdem die Siedlung als Höhenluftkurort anerkannt worden ist. Seit 1961 ist Marienberg einer der sechzig deutschen Kneipp-Kurorte und darf seit 1967 den Namenszusatz Bad im Namen tragen.

Die Innenstadt von Bad Marienberg wird von einer Fußgängerzone in der Wilhelmstraße mit renovierten Fachwerkhäusern, Cafés und Restaurants geprägt. Hier findet sich unter Hausnummer 8 das alte Amtshaus, ein zweistöckiger Bau mit Walmdach und kleinem Zwerchhaus. Zwei Hausnummern weiter liegen in der Wilhelmstraße 10 die Touristen-Information und die Kurverwaltung.

Die Wilhelmstraße trennt alten und neuen Teil des Kurparks von Bad Marienberg. Der neue Kurpark Bornwiese beherbergt den Apothekergarten. Hier sind zahlreiche heimische Kräuter – in Tradition des Pfarrers und Wasserdoktors Sebastian Kneipp – angebaut und erläutert. Die Anlage ist in Form eines Klostergartens bepflanzt und beheimatet über hundert verschiedene Pflanzensorten u.a. auch Königskerze und echten Lavendel. Am Eingang des Apothekergartens wurde eine so genannte Baumelbank aufgestellt. Sie ist so hoch, dass die Füße nicht die Erde berühren. Das entlastet die Gelenke nach einer längeren Wanderung und ist auch für Kinder eine lustige Sache.

Seit einiger Zeit ist der Apothekergarten um einen Barfußweg der Sinne ergänzt worden. Der Rundgang führt über 18 Felder mit unterschiedlichen Bodenbelägen, z.B. Flusskiesel, Basaltsand oder Tannenzapfen. Das soll anregend sein und auch noch Spaß machen. Nach der 18. Station wartet ein Lehmtretbecken auf den ermüdeten Wanderer, das allerdings nur bei gutem Wetter zugänglich ist.

Geht man vom Apothekergarten rechts auf die Wilhelmstraße und an der nächsten Kreuzung links in die Büchtingstraße, erreicht man das Europahaus. Das 1951 gegründete Bildungs- und Begegnungszentrum ist das Mutterhaus der mittlerweile rund 130 Europahäuser in über dreißig Ländern Europas. Die Europahäuser sind der Idee verpflichtet, die internationale Zusammenarbeit und europäische Integration durch außerschulische Jugend- und Erwachsenenbildung zu fördern. Das Europahaus Marienberg hat seit seiner Gründung bereits mehr als 200.000 Gästen diese Idee vermittelt.

Linker Hand vom Europahaus liegt der alte Kurpark mit einem der drei Kneipp-Tretbecken in Bad Marienberg. Im Kurpark, der von einem kleinen Bachlauf durchzogen wird, wurde eine Konzertmuschel errichtet, in der bei gutem Wetter Kurkonzerte und Theateraufführungen inszeniert werden. Eine Minigolfanlage ist im Kurpark ebenfalls vorhanden.

Über die Altstadt von Bad Marienberg erhebt sich die evangelische Pfarrkirche, die 1818-1821 von Johannes Schrumpf im spätklassizistischen Stil erbaut worden ist. Sie folgte der alten Kirche zu Marienberg, die wahrscheinlich bereits um 1100 als Filialkapelle von Herborn aus gegründet worden war. Ein Blitzschlag ließ die alte Kirche 1813 bis auf die Grundmauern abbrennen. Nur der alte spätromanische Taufstein ist noch erhalten.