Nisterau

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Die früher selbstständigen Orte Pfuhl und Bach wurde 1969 zur Gemeinde Nisterau zusammen geschlossen. Die Landschaft wird geprägt von der Kleinen Nister und der Schwarzen Nister, die auch die natürlichen Grenzen von Nisterau bilden.

Die Schwarze Nister entspringt am Stegskopf und trennt die beiden Orte Pfuhl und Bach. Ihren Namen verdankt die Schwarze Nister ihrer dunklen Färbung. Diese erhält sie beim Durchfließen eines Braunkohle-Flöz. Braunkohle wurde in Nisterau-Bach bereits seit 1746 abgebaut. Damals war Braunkohle noch so unbekannt, dass Gesteinsproben aus Bach bis nach Paris und Berlin zur Untersuchung geschickt worden sind. Der Braunkohleabbau war über Jahrhunderte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. So arbeiteten etwa 1926 in der mitterweile stillgelegten Wilhelmszeche mehr als 600 Bergleute unter Tage.

Wer nicht in der Wilhelmszeche malochte, fand Arbeit im Basaltbruch Bacher Lay. Heute ist die seit 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Bacher Lay ein beliebtes Ziel für Wanderer. Auf gut 45ha bietet der ehemalige Basaltsteinbruch ein interessantes Ensemble an stehenden und fließenden Gewässern, flachen und steilen Uferbereichen sowie Basaltsteilwänden als Lebensraum seltener, in ihrem Bestande bedrohter Tier- und Pflanzenarten - insbesondere von Amphibien, Reptilien und Vogelarten sowie verschiedener Orchideen.

Viele verschlungene Pfade führen durch die Bacher Lay. Ob diese Wege auch von den Berggeistern genutzt wurden, die früher den Schatz des Pfaffenmals bewacht haben sollen? Sagen und Legenden geben nicht weiter Auskunft, dafür ist aber gesichert, dass das Pfaffenmal ein stolzer Säulenbasaltkegel in Meilerstellung ist und 18m in der Höhe misst. Seinen Namen hat das Naturdenkmal Pfaffenmal übrigens nicht von Pfarrern oder Priestern, sondern von kleinen Männchen mit grauen Mänteln und spitzen Hüten – den bereits erwähnten Berggeistern. Sie horteten die in der Bacher Lay abgebauten Gold- und Silberschätze in einer Höhle unterhalb des mächtigen Basaltblocks. Und deshalb heißt das Pfaffenmal Pfaffenmal.

Wanderer, kommst du nach Pfuhl, dann versichere dich, dass du das Pöhlerlied kennst. Dorflehrer Kurt Reichenbach – von 1930 bis 1937 in Pfuhl im Dienst – dichtete einst die Zeilen, die heute bei jedem Nisterauer Fest zu fortgeschrittener Stunde erklingen:

Ich bin geboren einst in Pfuhl,
in Pfuhl da steht mein Heimathaus,
dort ging ich acht Jahr‘ in die Schul,
dann ging‘s in Leben froh hinaus,
und sollt ich werden auch sehr alt,
und sollt genießen großes Glück,
so denk ich an den Westerwald,
und an mein Pfuhl recht froh zurück.