Holzbachschlucht

Das bereits seit 1929 ausgewiesene Naturschutzgebiet Holzbachdurchbruch, besser bekannt als Holzbachschlucht, zählt neben dem Erdbach im hessischen Breitscheid zu den schönsten Bachdurchbrüchen im Westerwald.

Der Holzbach ist ein knapp 14km langer Zufluss des Elbbachs und entwässert über diesen in die Lahn und weiter in den Rhein. Der Holzbach entspringt östlich von Rennerod und heißt hier zunächst noch Seckbach. Er fließt über Seck dem Ort Gemünden zu.

Am Eingang zur Holzbachschlucht liegt der Dappricher Hof, ein Hofgut, das bereits im 13. Jahrhundert bekannt ist. Ab hier bahnt sich der Holzbach auf einer Länge von rund einem Kilometer den Weg bis zu 30m tief durch den Basalt und hat ein wildromantisches Tal mit steilen Felswänden geschaffen.

Auf beiden Seiten des Bachs führen Wanderwege entlang, für die allerdings festes Schuhwerk zu empfehlen ist. Der örtliche Wanderweg R 29 (4km) leitet ebenso durch die Holzbachschlucht wie der Grüne Steig und Seenweg (19km, vom Wiesensee aus kommend) und natürlich auch der Westerwaldsteig auf seiner vierten Etappe, die in Rennerod beginnt.

Von den hohen Felswänden der Schlucht brechen immer wieder Brocken herunter. Basaltblöcke, die im Gewässerbett liegen bleiben, und umgestürzte Bäume verleihen der engen Holzbachschlucht ihren für den Westerwald einzigartigen Charakter.

In Gemünden münden Holzbach und Schafbach in den Elbbach. Hier wartet auf den interessierten Besucher eine historische Kirche, die ehemalige Stiftskirche St. Severus. Bereits 879 wurde im Beisein von König Ludwig III. – einem Enkel Karls des Großen – der Stift geweiht. Um 1100 wurde die heute Pfeilerbasilika errichtet. Bis ins 15. Jahrhundert war die Stiftskirche St. Severus Grablege der Westerburger Grafen. Mit der Reformation wurde die Kirche evangelisch. Nach einer großen Renovierung 1973 wurden der ursprüngliche romanische Zustand wieder hergestellt und Reste romanischer Malereien freigelegt.

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