Westernohe

In der Gemarkung Westernohe entspringt auf rund 600m Höhe der Lasterbach, ein über Steine polternder und rauschender Bergbach, der im Elbbachgrund dem Elbbach zufließt.

Das Quellgebiet des Lasterbachs am Gallpüsch (590m) ist ein Geheimtipp für Wanderer, die fernab von ausgebauten Wegen in der Stille der Natur unterwegs sein wollen. Allerdings sollte man die Gegend bei Gewitter meiden. Die Kirschbaumgewitter – die Gemarkung heißt Kirschbaum, obwohl dort kein einziger Kirschbaum zu sehen ist – sind weithin berüchtigt. 1886 entkam der Viehhändler Johannes Gerz einem dieser starken Gewitter, ohne dass er oder ein einziges Tier schaden nahm. Aus Dankbarkeit ließ er die Wendelinus-Kapelle oberhalb von Westernohe errichten. Alljährlich findet jeweils am zweiten Sonntag im August eine Prozession von Westernohe zur Kapelle statt.

Die um Westernohe verbreitete Wacholderheide war früher charakteristisch für weite Teile des Hohen Westerwaldes. Solche Trockenrasenflächen mit Wacholder und dornigen Sträuchern bewachsen sind östlich des Ochsenbergs (580m) als Naturschutzgebiet Wacholderheide ausgewiesen. Das ca. 14ha große Gebiet liegt auf halbem Weg zwischen Westernohe und Krombachtalsperre.

Südlich des Naturschutzgebiets Wacholderheide liegt am Fuße des Gallpüsch das Bundeszentrum der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, dem mitgliederstärksten katholischen Pfadfinderverband. Mit einer Fläche von 28ha bietet das Pfadfinderzentrum das größte Zeltplatzgelände in Deutschland. Es bietet Platz für bis zu 6.000 Wölflinge und Rover.

1577 wird die erste Kapelle in Westernohe erwähnt. Die alte Kapelle wird 1744 erweitert und 1893 schließlich zu einer Kirche vergrößert. Zwei Jahre vorher hatte Westernohe einen eigenen Pfarrer erhalten. 1957 wird die Kirche abgerissen und am von Linden beschatteten Dorfplatz durch den Neubau der St. Matthäus Kirche ersetzt.