Freier Grund (Hellertal)

Der Freie Grund – lateinisch: Predium Virorum Liberorum, das Gebiet der freien Männer – erstreckte sich ursprünglich von Haiger am Oberlauf der Dill bis nach Scheuerfeld an der Sieg. Seit etwa 1300 beschränkt sich der Begriff allerdings im Wesentlichen auf das Hellertal mit den Ortsgemeinden Burbach und Neunkirchen sowie der Stadt Herdorf.

Kulturgeschichtlich ist interessant, dass in dem Tal das katholische Herdorf auf die reformierten Orte Burbach und Neunkirchen (früher Seelbach) trafen und sich Lebensfreude hier und Ernsthaftigkeit dort prächtig nebeneinander entwickelten. Die Herdorfer feierten, die „Seelbacher“ übten sich in kaufmännischer Disziplin.

Die gesamte Region ist durch den Bergbau geprägt. So gab es allein in der Gemarkung des heutigen Neunkirchens rund vierzig, in Herdorf knapp zwanzig und Burbach rund zehn Bergwerke. Die Geschichte des Bergbaus im Freien Grund lässt sich bis in die Laténe-Zeit um 500 v.Chr. zurückverfolgen. Diese lange Industriegeschichte hat den Freien Grund nicht unerheblich geprägt. Die Ortschaften sind bis auf einen kleinen Kern meist recht schmucklos. Viele Industriebrachen – teilweise renaturiert – kennzeichnen die Umgebung.

Durch die waldreichen Höhenzüge der Ausläufer des Hohen Westerwalds und die vielfältige Flora und Fauna in den Bachtälern ist der Freie Grund aber dennoch eine reizvolle Gegend für Wanderer, die von hier aus Touren ins Daadenbachtal, in den Hickengrund oder ins benachbarte Siegerland unternehmen können.