Rhein-Westerwald

Rheinromantik mit Weinbergen, urigen Gasthäusern und malerischen Altstädten. Weltgeschichte am Caput Limitis, dem Beginn des als UNESCO-Weltkulturerbe geschützten römischen Grenzwalls Limes. Waldreiche Bachtäler im Einzugsgebiet der Wied und die Höhenzüge des Westerwälder Vulkanrückens: Das alles das verbindet das Urlaubsziel Rhein-Westerwald auf unvergleichliche Weise.

Der Rhein-Westerwald erstreckt sich rechtsrheinisch zwischen Neuwied im Süden und Unkel im Norden und entspricht im Wesentlichen dem Landkreis Neuwied. Lediglich das bereits zu Altenkirchen zählende Raiffeisenland wird dem Rhein-Westerwald noch zugerechnet, weil es zum gleichnamigen Naturpark zählt und sich auch kulturhistorisch durch das Schaffen des Sozialreformers Friedrich Wilhelm Raiffeisen zum Rhein hin orientiert. Unterhalb des Rhein-Westerwalds schließt sich am Sayn-Bach das Kannenbäckerland an. Östlich grenzt der Rhein-Westerwald an den Oberen Westerwald rund um Hachenburg.

Am Südwestrand des Rhein-Westerwalds liegt Neuwied, die größte Stadt im Westerwald und Sitz der Kreisverwaltung. Hinter den Deichanlagen zum Rhein befindet sich die schöne Altstadt Neuwied mit Herrnhuter Viertel, Roentgenmuseum und einigen schönen Kirchen. Direkt am Rhein erhebt sich das Schloss Neuwied. Im Umland von Neuwied gehört das spätbarocke Schloss Engers zu den Sehenswürdigkeiten, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Der schöne Zoo Neuwied, der Aubachstausee, die Burg Altwied und das Gelände um das frühere Schloss Monrepos bieten sich für einen Abstecher an.

Weiter flussabwärts erreicht man das letzte große Weinbaugebiet am Mittelrhein rund um Bad Hönningen. In Leutesdorf wachsen rund 1 Mio. Rebstöcke – zumeist Riesling – an den steilen Hängen oberhalb des Rheins. Im Umland liegen die Ruinen von Burg Hammerstein, die einst als sicherer Hort für die Aufbewahrung des Reichsschatz diente. Ein Abstecher zur Rheinbrohler Ley hoch über dem Rhein und weiter ins Erlebnismuseum RömerWelt bieten sich an. Und auch ein Besuch von Bad Hönningen mit der Rheinpark-Therme und der Schmiedgasse sowie dem „Jahres-Schloss“ Arenfels sollte man einplanen.

Weiter rheinabwärts kommt man nach Linz, der bunten Stadt am Rhein. Der Burgplatz mit römischer Glashütte und altem Kellerverlies ist ebenso wie die die Altstadt mit dem historischen Rathaus und der Pfarrkirche St. Martin ganzjährig Ziel von Rheinsteig-Wanderen. Hinter der Kleinstadt erhebt sich die Linzer Höhe. Bei St. Katharinen kann man bei einem Marsch durch den Wald die Burguine Rennenberg erreichen. Blauer See, Kasbachtal, Burg Dattenberg und Burg Ockenfels sind beliebte Ziele für Wanderungen auf der Linzer Höhe.

Am Übergang des Rhein-Westerwalds in das Siebengebirge liegt der Unkeler Bogen. Hier in Unkel verbrachte Altkanzler und Friedensnobelpreisträger Willy Brandt seinen Lebensabend. Das Willy-Brandt-Forum in Unkel erinnert an diesen großen Staatsmann. Sehenswert sind am Unkeler Bogen u.a. der Scheurener Dom und die Wallfahrtskirche Bruchhausen. Ein beliebtes Wanderziel und natürlich auch eine Station des Rheinsteigs ist die Erpeler Ley. Ganz im Norden an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen erreicht man mit Rheinbreitbach den Übergang vom Rhein-Westerwald ins Siebengebirge.

Einmal im Norden angekommen bewegen wir uns die Strecke in „zweiter Reihe“ den Rhein entlang wieder zurück und beginnen an der Asbacher Hochfläche, einer offenen Höhenlandschaft mit viel Grünland und nur kleinsten Ortschaften. Schöne Wandertouren etwa zum Drudenborn, ins Hallerbachtal, zum Kloster Ehrenstein oder dem Aussichtspunkt Weißenfelser Ley mit herrlichem Blick über das Wiedtal lassen sich hier in herrlicher Natur unternehmen.

Von der Asbacher Hochfläche knickt die Wied bei Neustadt ab und bildet nun das Waldbreitbacher Wiedtal aus. Vom Roßbacher Häubchen (340m) soll schon Minnesänger Heinrich von Ofterdingen geblickt haben. Waldbreitbach selbst ist vor allem wegen des Klosters St. Marienhaus – Stammhaus der Waldbreitbacher Franziskanerinnen – und die Kreukapelle an der Wied bekannt. Bei Hausen erhebt sich der Malberg auf 373m und ein Basaltlehrpfad informiert über die geologischen Besonderheiten. Ganz still wird es dann im Fockenbachtal, einer der Kernzonen des Naturparks Rhein-Westerwald. Durch stille Wälder geht es zu historischen Mühlen, dem Felsenmeer Weißer Stein und der Ruine der Neuerburg.

Das Rengsdorfer Land schließt sich südlich an und bietet zwischen den Wiedzuflüssen Fockenbach und Laubach ein waldreiches Wandergebiet. Wanderziele sind etwa der Prinz-Max-Blick auf die Wied, der Mammutbaumwald, die Ruine der Burg Braunsberg und der Laubach-Wasserfall. In Rengsdorf selbst sollte man einen Blick vom Aussichtspunkt Schauinsland aufs Neuwieder Becken werfen. Bei klarem Wetter kann man bis zur Festung Ehrenbreitstein in Koblenz sehen.

Östlich von Rengsdorf liegt die Dierdorfer Senke im Übergang zum Oberen Westerwald. Das Wandergebiet wird vom Holzbach geprägt, zu dessen Ufern sich die Stadt Dierdorf mit der schönen Stadtkirche, dem Uhrturm und dem Schlosspark ausbreitet. Den Südrand der Senke markiert der Saynbach, wo die Ruine der Burg Isenburg steht. Interessant ist auch das Jagdschloss Sayneck, in dem früher die Krupps Treibjagden mit hochrangigen Geschäftspartnern veranstalteten.

Dem Lauf des Holzbachs folgend erreicht man das Puderbacher Land, der Heimat der Schrottplatzdynastie der Ludolffs, die in Dernbach leben. Wer das Puderbacher Land wandernd erleben möchte, kann die Ruine der Burg Reichenstein ansteuern, zum Naturdenkmal Beilstein laufen oder sich am Klettersteig am Hölderstein ausprobieren. Sehenswert ist auch das Haus Neitzert mit einer Ausstellung von Bildern des Künstlers Karl Bruchhäuser.

Am Nordostrand des Rhein-Westerwalds liegt schließlich das Raiffeisenland. Hier wirkte der große Sozialreformer als Bürgermeister, bevor er nach Heddesdorf wechselte. Das Raiffeisenmuseum in Flammersfeld informiert über diese Zusammenhänge. Und nach der Kultur ab in den Wald: Zur Lahrer Herrlichkeit ins Tal der Wied, ins Grenzbachtal bei Horhausen oder zum Lahrbachtalstausee.

Der Rhein-Westerwald wird an seiner Westflanke vom Premium-Wanderweg Rheinsteig sowie seinem Vorgänger – dem rechtsseitigen Rheinhöhenweg begleitet. Bei Bad Hönningen treffen sich Rheinsteig und Westerwaldsteig. Letzterer führt ostwärts durch das Wiedtal auf den Hohen Westerwald. Zahlreiche lokale Rundwanderungen – mehrere hundert! – sind in der Region ausgeschildert.

Der Rhein-Westerwald erstreckt sich beidseits der Autobahn A 3 zwischen dem Dernbacher Dreieck im Süden und der Ausfahrt Neustadt/Wied im Norden. Westlich verläuft parallel zum Rhein die Bundesstraße B 42. Im Süden führt die Autobahn A 48 vom Dernbacher Dreieck an den Rhein nach Bendorf und Vallendar. Durch den Rhein-Westerwald zieht sich die Raiffeisenstraße B 256 von Neuwied nach Flammersfeld. Den südlichen Westerwald durchzieht die Bundesstraße B 413 von Bendorf nach Dierdorf.

IVW
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