Asbach (Westerwald)

Asbach liegt am Nordrand des Naturparks Rhein-Westerwald und bildet eine Einheit mit 41 Ortsteilen und 11 Einzelgehöften. Die Lage zwischen Siebengebirge und Pleiser Ländchen im Norden und dem Wiedtal im Süden, macht Asbach zu einem beliebten Wandergebiet.

Am Westrand der Verbandsgemeinde Asbach liegt der ehemalige Steinbruch Bennau. Durch den Basaltabbau entstanden im Steinbruchgelände wertvolle Lebensräume. Ein ehemaliger Stollen bietet verschiedenen Fledermausarten Quartier, darunter dem Großen Mausohr und der Bechsteinfledermaus. Wärmeliebende Pflanzen bewachsen die trockenen Böschungen und im nährstoffarmen Klarwassersee sind nicht nur selten gewordene Armleuchteralgen zu finden, sondern auch gefährdete Libellenarten zu beobachten.

Das Verwaltungszentrum Asbach liegt rund einen halben Kilometer weiter östlich, wenn man dem Lauf des Asbachs folgt. Den Ort überragt der bereits 1237 erwähnte, 38m hohe Kirchturm der Pfarrkirche St. Laurentius. Reste einer kleinen fränkischen Wallanlage sind noch nachweisbar und für den Besucher durch eine Informationstafel dokumentiert.

Westlich von Asbach erreicht man Niedermühlen. Die kleine Siedlung liegt im Mehrbachtal und ist Standort der Wallfahrtskapelle zur schmerzhaften Mutter Gottes. Der neugotische Zentralbau stammt aus dem 19. Jahrhundert. Das Gnadenbild – die Pieta – wurde der Überlieferung zufolge 1618 aus Flammersfeld entwendet und geht zurück aufs 14. Jahrhundert.

Zwischen Krankel und Heide – im Süden von Asbach – fließt der kleine Ütgenbach. An seinem Lauf steht in einer Waldfläche die St. Florentinus Kapelle, der letzte Überrest einer früheren Siedlung. Das einschiffige Langhaus stammt aus dem 12. Jahrhundert, der Chor wurde um 1500 errichtet. Das Wasser der hinter dem Chor entspringenden Quelle gilt als heilkräftig bei Augenleiden. Kurz hinter der Kapelle befinden sich die Überreste einer früheren Turmhügelburg, der so genannten Motte Ütgenbach.

Kurz vor der Mündung des Mehrbaches in die Wied steht ganz am Südzipfel von Asbach das Kloster Ehrenstein. Der Mehrbach windet sich um das Kloster und bildet hier die Grenze zwischen dem Raiffeisenland und der Asbacher Hochfläche.

Kloster Ehrenstein heißt eigentlich Kloster Liebfrauenthal und wurde 1486 für Chorherren des Kreuzherrenordens errichtet. Das Kloster wurde 1812 als eines der letzten Kreuzherrenklöster in Deutschland säkularisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Anbauten des 19. Jahrhunderts abgerissen und die gotischen Gebäudeteile des Klosters (Kreuzgang, Kapitelsaal, Calefactorium) umfassend saniert. 2008 übernahmen die Franziskanerinnen aus Waldbreitbach die Klostergebäude als Tagungsstätte.

Dass das Kloster auf den Namen Ehrenstein hört, liegt an der Burg, die sich auf der Bergnase oberhalb der Klosterkirche befand. Die Ruine von Burg Ehrenstein liegt auf einer Höhe von etwa 170m. Die Anlage wurde erstmals 1331 als Besitz eines Rorich von Uetgenbach (1312-1345), der sich Herr zu Ehrenstein nannte, erwähnt. Später gelangte sie in den Besitz der Herren von Nesselrode, denen noch heute die Burg gehört. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von schwedischen Truppen zerstört und seither nicht wieder aufgebaut. Heute ist die Ruine frei zugänglich. Der vorgelagerte Artillerieturm, der über dem im Tal gelegenen Kloster aus dem Wald herausragt, ist das markanteste Erscheinungsbild der Ruine.

Die zur Burg gehörende Kapelle wurde 1477 erweitert und zur Pfarrkirche erhoben. Diese Kreuzherrenkirche verfügt über sehr schöne Glasfenster im Schiff, die auch eine realistische Darstellung von Burg Ehrenstein enthalten. Die Glocken sind von 1475 und 1537, das Taufbecken von 1500.

Am zweiten Augustwochenende steigt in Asbach seit über 200 Jahren die Laurentius-Kirmes. Sie ist mit über 200 Ausstellern und zehn Fahrgeschäften eine der größten Veranstaltungen der Region und wird von zahlreichen Gästen besucht.

Viele Wanderer kommen über den Kölner Weg oder den Westerwald-Hauptwanderweg II von Linz nach Katzenfurt nach Asbach und ins Mehrbachtal. Es gibt aber auch zahlreiche lokale Rundwege. Ein Erlebnispfad folgt beispielsweise den Spuren der Rhein-Sieg-Eisenbahn und führt so vom ehemaligen Bahnhof in Asbach über Bennau und den jüngsten Steinbruch in der Gemarkung – das Mückenfeldchen bei Buchholz – in einer Schleife rund um Asbach.