Linz am Rhein

Im Ahle EckIm Ahle Eck

Im Zentrum des unteren Mittelrheintals gegenüber der Mündung der Ahr in den Rhein liegt Linz, die bunte Stadt am Rhein. Linz ist das Zentrum der Linzer Höhe, dem nördlichen Teil des Rhein-Westerwalds, der sich bis in die Asbacher Hochfläche zieht. Das Bunte an der Stadt bezieht sich auf die liebevoll herausgeputzten Fachwerkhäuser. Der Altstadtkern von Linz zählt zu den schönsten Fachwerkensembles am Mittelrhein.

Durch das um 1329 errichtete Rheintor, einem erhaltenen Wehrturn der zu großen Teilen abgetragenen Stadtbefestigung, erreicht man den Burgplatz mit der Burg Linz. Die Burg Linz wurde 1365 auf Geheiß des Kurfürsten von Köln als eine von elf Rhein-Zollstellen zwischen Köln und Mainz erbaut. Aus der Gründungszeit ist der in seinen beiden unteren Dritteln runde, im oberen Teil achtseitige Eckturm mit steiler gotischer Dachhaube erhalten.

1984-85 grundlegend saniert bietet die privat bewirtschaftete Burg Linz heute Gastronomie, eine römische Glashütte und ein Burgverlies mit Folterkammer. Auf dem Burgplatz befindet sich der Brunnen mit dem 1980 aufgestellten Linzer Strünzer, dem Symbol des zu Übertreibung neigenden „Ur-Linzers“.

Wendet man sich vom Burgplatz zunächst nordöstlich, kommt man an der evangelischen Kirche am Grabentor vorbei. Der 1864-65 errichtete Ziegelbau mit gelben Verblendklinkern liegt direkt neben dem Katharinenhof, dem seit 1845 genutzten Gemeindehaus, das früher ein Stadthaus der Abtei St. Katharinen war. In der Nachbarschaft befindet sich die Servitessenkirche, in der seit 1983 das Stadtarchiv untergebracht ist. Die Servitessenkirche wurde 1692 von den Servitinnen als Saalkirche erbaut und 1872 von den Franziskanerinnen der Insel Nonnenwerth im neugotischen Stil erweitert.

Geht man wieder ein Stück rheinwärts erreicht man den Buttermarkt mit dem Brunnen zur Erinnerung an die Martkfrauen. Der durch weiße Pflastersteine symbolisierte Mühlenbach floss bis 1853 offen durch die Linz. Gegenüber der Sparkasse steht ein barockes Fachwerkhaus, das die Schmuckformen Wilder Mann, Andreaskreuz und andere rheinische Fachwerkelemente zeigt. In der Straße Auf der Donau steht ein geteiltes Fachwerkhaus, das um das Jahr 1400 errichtet wurde. In der Mühlengasse Nr.17 sieht man eine Brandmauer von 1582.

Am höchsten Punkt der mittelalterlichen Stadt wurde 1206-14 an Stelle einer 1198 zerstörten fränkischen Kirche die dreischiffige Pfeileremporenbasilika St. Martin gebaut. Die Pfarrkirche St. Martin weist beeindruckende Wandmalereien aus dem 13. bis 16. Jahrhundert auf. Die Darstellung der Jakobs-Pilgerkrönung aus der Zeit um 1230 gilt neben einem romanischen Sandsteinrelief in Freiburg als eine der ältesten und bedeutendsten Fresken im deutschsprachigen Raum.

Recht modern wirkt dagegen die 1967 eingeweihte Marienkirche mit ihrem ovalen Innenraum in Sichtbeton. An der Chorwand befindet sich der dreiflügelige Marienaltar, der 1463 von dem Linzer Rechtsgelehrten und Diplomaten Tilman Joel gestiftet wurde. Der Marienaltar gilt als bedeutendstes Werk der Kölnischen Malerei in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nach dem Wirken von Meister Stephan Lochner.

Auf dem Weg zurück an den Rhein kommt man jetzt am Marktplatz vorbei, der eigentlich Castenholzplatz heißt. Augustin Castenholz war ein Linzer Bürgermeister, der hier 1633 von den Schweden enthauptet wurde. Zu der Zeit bestand schon das historische Rathaus (1517-27), das heute als das älteste als Bürgermeistersitz genutzte Rathaus in Rheinland-Pfalz gilt. Im Treppenhaus befindet sich seit 1818 die Uhr der Ratskapelle. Drei Mal am Tag schlagen die 23 Glocken des Rathauses die Stunde: Um 12:15 Uhr, 15:15 Uhr und 18:15 Uhr. Der Marktplatz ist das Zentrum der Altstadt. Der 1993 vor dem historischen Rathaus installierte Ratsherrenbrunnen ist ein Sinnbild der Demokratie: Das Volk (oben) ist der Souverän, dass die Regierenden (unten) überwacht, die sich geschickt drehen und wenden.

Hinter dem Marktplatz liegt das Haus Sion, das zunächst wahrscheinlich im Besitz der Gräfin Mechtshild von Sayn war und dann 1628-29 durch Damian Adolf Neißen, einen isenburgischen Rat, neu gebaut wurde. Daher heißt der linke Teil des Gebäudes mit seinem barocken Giebel und einer repräsentativen Treppenlange aus dem Jahr 1727 auch Isenburger Hof.

Hinter dem Isenburger Hof steigt der Kaiserberg an, von dem man einen sehr guten Blick auf die Goldene Meile mit der Ahrmündung und die umgebenden Höhenzüge von Eifel und Siebengebirge hat. Am Südhang des Kaiserbergs führt ein informativer Waldlehrpfad durch die „Verschönerung“. Hier findet sich u.a. der seltene Hirschzungenfarn.

Wanderer werden an Linz kaum vorbeikommen, denn der Rheinsteig führt mitten durch die Altstadt. Eine solche Stadtschleife macht der 320km lange Premiumweg nur einmal: In Linz am Rhein. Weitere kleinere Rundwanderungen sind direkt ab Linz ausgeschildert.

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