Goldene Meile

Als Goldene Meile kennt man den Landstrich zwischen Bad Breisig und Bonn am linken Rheinufer. Hier an der Mündung der Ahr in den Rhein – eine der wenigen naturbelassenen Flussmündungen am Rhein – liegen die beiden Städte Sinzig und Remagen, die von Köln-Bonn aus den Einstieg ins Mittelrheintal und natürlich den Beginn des Ahrtals bilden.

Traurige Berühmtheit erlangte der Begriff Goldene Meile als Bezeichnung für ein alliiertes Kriegsgefangenenlager, das bei der Offensive der US-Armee 1945 eingerichtet wurde, um gut eine Viertelmillion deutscher Wehrmachtssoldaten festzusetzen. Es gab so gut wie keine Sanitäreinrichtungen und man hauste unter freiem Himmel, was im regnerischen Frühjahr kein Spaß war. Über tausend Gefangene starben in den wenigen Monaten, in denen das im Juli 1945 aufgelöste Lager Goldene Meile Bestand hatte.

Und noch ein zweites kriegswichtiges Ereignis spielte sich an der Goldenen Meile ab. Hier konnten die US-Soldaten erstmals in großer Zahl den Rhein überqueren und ins Ruhrgebiet, das industrielle Herz Deutschlands, vorstoßen. Der Grund: die Deutschen scheiterten bei der Sprengung der Ludendorff-Brücke und die Amis nahmen eine der letzten Brücken über den Rhein in einem Handstreich ein. Diese Geschichte ging als die Brücke von Remagen ins kollektive amerikanische Gedächtnis ein.

Auch für Wanderer ist die Goldene Meile ein goldenes Gebiet. Gleich drei wichtige und bekannte Wanderwege starten bzw. enden hier: der Rotweinwanderweg von Bad Bodendorf nach Altenahr, der Ahrsteig von Sinzig nach Blankenheim und der Rheinburgenweg, der von Rolandseck nach Bingen führt.

Zu sehen gibt’s reichlich: Schloss Sinzig und den Rolandsbogen, Schloss Marienfels (hier wohnte Thomas Gottschalk einige Jahre) und Schloss Ahrenthal, Burg Bodendorf und Schloss Ernich, der Fachwerk-Gasthof Haus Schwanen und das vom Architekten des Berliner Doms gebaute Haus Sölling, der Wasserturm in Kripp, der Zehnthof an Stelle der historischen Pfalz von Kaiser Barbarossa und Schloss Vehn möchten in Augenschein genommen werden.

Außerhalb der Orte lohnen ein Besuch des Naturschutzgebiets Ahrmündung, des waldreichen Calmuth-Tals und des Feltenturms. Auch ein Abstecher in den (kostenpflichtigen) Wildpark Rolandseck, zum Schwanenteich in Bad Bodendorf oder in die Geheimen Gärten Rolandswerth bieten sich an.

In Sachen Kultur kann die Goldene Meile gleich mit zwei renommierten Adressen aufwarten: Zum einen gibt es das Friedensmuseum Brücke von Remagen mit zahlreichen Informationen rund um die letzten Kriegstage und das Gefangenenlager Goldene Meile. Zum anderen sollten Kunstinteressierte das Arp-Museum Bahnhof Rolandseck besuchen. Hier werden Stücke aus der Kunstsammlung Rau und Werke des Dada-Künstlers Hans Arp gezeigt – Weltniveau! Und wer sich den Eintritt sparen möchte, spaziert vom Arp-Museum aus das Skulpturenufer Remagen entlang.

Wie überall gibt es auch an der Goldenen Meile viele Kirchen zu sehen. Einen genaueren Blick sollte man auf die Apollinariskirche werfen – erbaut vom Kölner Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner – und die Pfarrkirche St. Peter mit gotischem Altar und einer Madonna aus dem 14. Jahrhundert. Kleiner aber ebenfalls sehenswert: die St. Michael Kirche mit romanischem Turm.