Bad Bodendorf

Das Tor zum Ahrtal, diesen Slogan nutzt der zu Sinzig zählende Kurort Bad Bodendorf, der zusammen mit Bad Breisig und Bad Neuenahr das sogenannte Bäderdreieck im Landkreis Ahrweiler bildet. Der Bahnhof von Bad Bodendorf mit seinem Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1889. Im Bahnhofsgebäude befindet sich noch eine mechanische Stellwerksanlage.

Der historische Weinberg am Bahnhof Bad Bodendorf ist Ziel oder Start für den Rotweinwanderweg, einen der beliebtesten Wanderwege in Deutschland. Je nach dem, wann man den Weg gehen will, sollte man sich das mit dem Start oder Ziel gut überlegen, denn in Bad Bodendorf findet das kleinste und erste Weinfest an der Ahr schon zu Christi Himmelfahrt statt.

Das nostalgische Thermalfreibad Bad Bodendorf wurde 1937 eröffnet und hat sich seine Umkleidekabinen mit den bunt lackierten Holztüren aus den 1950er Jahren und den alten Baumbestand erhalten. Von Ostern bis Oktober lässt sich der Charme des Nostalgie-Bades genießen, das von einer 26 Grad warmen Thermalquelle befüllt wird. Man hatte bereits Romy Schneider im Becken, Willy Millowitsch, Johannes Heesters und Dieter Hildebrandt. Was sich geändert hat seit der Anfangszeit ist, dass das Wasser nicht mehr rostbraun durch das im dem Quellwasser enthaltene Mangan ist, weil es gefiltert wird.

Im Kurpark neben dem Thermalfreibad plätschert der St. Josef Sprudel, der auch das Thermalfreibad befüllt. Das kleine Technikmuseum Bad Bodendorf mit sehr selektiven Öffnungszeiten zeigt im ehemaligen Kurmittelhaus einen Einblick in die Technik der 1919er Jahre und die Anwendung der Bad Bodendorfer Thermalwässer in der Gegenwart einschließlich deren Verkostungen.

Die Ahr prägt zum großen Teil das Bild des Kurviertels. Oberhalb der Ahr liegt der Ortskern von Bad Bodendorf. Entlang der Hauptstraße bezaubern viele Fachwerkhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert und befinden sich in einem sehr sehenswerten Erhaltungszustand.

In der Hauptstraße steht auch die Burg Bodendorf, die im 13. Jahrhundert als Niederungsburg errichtet wurde. Die ehemalige Wasserburg ist eine Vierflügelanlage, die 1751 einen Umbau erfuhr. Die Burg Bodendorf ist in Privatbesitz und nur von außen zu besichtigen. In ihrem Innenhof steht eine prächtige Linde unter Naturschutz.

Bad Bodendorfs Ortsbild wird zudem von der katholischen Pfarrkirche St. Sebastianus geprägt. Das Gotteshaus wurde 1872-73 gebaut. Die neugotische Hallenkirche wurde aus Backsteinen gemauert und im einstigen Chor steht das Taufbecken. In den 1970er Jahren erhielt die Kirche eine Vergrößerung und Veränderung. Das ehemalige Langhaus wurde zum Querschiff.

Südlich des Ortskern am Mühlenbach wurde 1945 ein Friedhof für die Toten gebaut, die im Kriegsgefangenenlager Goldene Meile starben. Über tausend meist deutsche Soldaten sind hier beerdigt. Die Kriegsgräberstätte Bad Bodendorf bildet zusammen mit dem Friedensmuseum Brücke von Remagen, der Friedenskapelle Schwarze Madonna und dem Mahnmal zur Erinnerung an die Gefangenenlager in der Goldenen Meile einen Denkmalverbund. An der Kriegsgräberstätte Bad Bodendorf findet am Volkstrauertag die zentrale Gedenkfeier des Kreises Ahrweiler statt.

Direkt an der Ahr am Radweg von Sinzig nach Bad Bodendorf liegt der Schwanenteich mit einem kleinen Tiergehege. Im Norden der Ahr – jenseits der Bundesstraße und der Trasse der Ahrtalbahn – erhebt sich der Reisberg (192m), eine der etwas markanteren Erhebungen in der Goldenen Meile. Der Südhang des Berges war früher mit Reben bewachsen und es finden sich noch Reste von Weinbergsmauern.

Regionaler Bezug:

Sinzig Landkreis Ahrweiler Rheinland-Pfalz Goldene Meile Ahr-Eifel Eifel