Rolandswerth (Remagen)

Im nördlichsten Zipfel der Goldene Meile liegt Rolandswerth und stößt direkt an das Stadtgebiet von Bonn. Das Wahrzeichen von Rolandswerth ist der Rolandsbogen. 1839, nach dem Einsturz des Bogens in einer stürmischen Dezembernacht, bedurfte es des Romantikers Ferdinand Freiligrath, der sich verpflichtet sah, das Relikt der Historie zu erhalten und Spenden für den Wiederaufbau zu sammeln. Was ihm gelang!

Der Rolandsbogen ist der letzte Rest der ehemaligen Burg Rolandseck, die im 11. Jahrhundert angelegt wurde und zusammen mit Burg Drachenfels und der Wolkenburg (beide im Siebengebirge am anderen Rheinufer) die Südgrenze des Erzstifts Köln sicherte. Die schlichte, aber trotzdem malerisch Ruine – es steht tatsächlich nur noch ein Fensterbogen – wurde wie Burg Drachenfels zu einem Inbegriff der Rheinromantik des 19. Jahrhunderts und lockte scharenweise Touristen aus aller Welt nach Rolandswerth.

Dem Retter des Rolandsbogens wurde in direkter Nachbarschaft 1914 das Freiligrath-Denkmal gewidmet. Nahe des Rolandsbogens findet sich der Rathsturm aus dem Jahr 1848. Der neugotische Bruchsteinbau wurde als Wohnturm errichtet. Vom Rolandsbogen aus genießt sich heute ein Blick zum Siebengebirge mit dem Drachenfels (321m) und auf die Insel Nonnenwerth mit dem Kloster St. Clemens.

Apropos Rheininsel Nonnenwerth: Auf Nonnenwerth wurde im 12. Jahrhundert ein Frauenkloster gegründet. Die barocken Gebäude, die man heute sieht, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Seit 1854 sind auf Nonnenwerth die Franziskanerinnen ansässig, die ein privates Gymnasium auf der Insel anbieten. Die Überfahrt nach Nonnenwerth erfolgt mit der klostereigenen Fähre – wenn man sich zuvor beim Kloster für einen Termin angemeldet hat.

Im Rahmen des Kunstprojektes des Skulpturenufers Remagen wurden durch ein Künstlerpaar in Rolandswerth die Geheimen Gärten Rolandswerth eingebunden und zwar im über hundert Jahre alten Hentzenpark. 1897 war hier ein prachtvoller Landsitz mit Landschaftsgarten. Die Villa wurde 1974 abgerissen, der Garten verwilderte. Bis das Kunstprojekt dem zwischen B 9 und Rheinufer gelegenen Hentzenpark neues Leben einhauchte.

Entlang der B 9 gibt es wie meistens am Rhein einige schmucke Häuser zu sehen. Am südlichen Ortsbeginn etwa steht der Rolandshof, eine klassizistische Villa aus der Zeit um 1830 wurde zunächst als Heilbetrieb, dann als Gastronomie geführt und diente später als Wohnhaus. Heute ist der neunachsige Bau Sitz eines Verlags.

Gleich benachbart steht die Villa Rolandseck. Die prächtige spätklassizistische Putzvilla mit eigener Aussichtsplattform für den ungestörten Blick aufs Siebengebirge fällt eindrucksvoll ins Auge. Gebaut wurde die noble Heimstatt 1888.