Altenahr

Altenahr ist der westliche Einstiegspunkt in den Rotweinwanderweg und zugleich der Beginn der Verengung des Ahrtals in das wildromantische Tal, das Wanderer und Literaten seit langer Zeit fasziniert. Herrschaftlich thront Burg Are auf einem Felssporn über der Ahr, die sich hier bei Altenahr markant in eine enge Schlaufe zusammenzieht, die man als Langfigtal kennt.

Das Langfigtal ist der einzige größere Abschnitt des Ahrtals, wo nicht Straße oder Bahnlinie durchführen. Das Langfigtal umfließt die langgestreckte Engelsley (290m). Hier zeigt sich das Ahrtal naturbelassen und lässt sich nur per pedes oder mit dem Fahrrad erobern. Fast 500 Schmetterlingsarten wurden schon im Langfigtal gesichtet. Vogelkundler beobachteten über achtzig Vogelarten und rund tausend verschiedene Käferarten sind im Langfigtal heimisch.

Im Kern von Altenahr steht die katholische Pfarrkirche Mariä Verkündigung, eine romanische Pfeilerbasilika, die in der Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Ihr Vierungsturm wirkt gedrungen und duckt sich in den Bau, der in den Jahrhunderten Anbauten und Erneuerungen erfuhr. Um 1500 wurde die Sakristei angebaut. Im linken Seitenschiff steht ein grundsolider romanischer Taufstein aus Basalt auf sechs Säulen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Von der alten Ausstattung ebenfalls noch da ist das Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert.

Neben der Burg Are und der Pfarrkirche finden sich in Altenahr viele weitere sehenswerte historische Bauten. Das Haus des Gastes in der Altenburger Straße 1a ist der Alte Bahnhof von Altenahr. Das Bahnhofsgebäude wurde um 1900 im sogenannten Schweizer Stil errichtet, ist unten massiv und besitzt einen Fachwerkaufbau. Der Verladebahnhof nebenan wurde komplett aus Bruchsteinen gemauert. Das Rathaus, ein prächtiger Putzbau mit drei Geschossen, der einst ein Hotel war, stammt aus der gleichen Zeit.

Benachbart in der Straße Rossberg liegt das Kurkölnische Amtshaus aus dem Jahr 1714. Es wurde nach der Sprengung der Burg Are zum Teil aus den Brocken der Burg gebaut. Einige Zeit lang wurde das Amtshaus auch als Schulhaus genutzt. Das Hoftor soll aus der Zeit der Spätromanik stammen.

In der Tunnelstraße fällt die Bruchsteinbrücke mit dem Eisenbahntunnel über die Ahr auf. Sie liegt auf der Strecke nach Reimerzhoven und entstand 1910. Fährt man nicht nach Reimerzhoven mit der Kapelle Zur Schmerzhaften Muttergottes aus dem Jahr 1860, sondern bleibt in der Tunnelstraße, findet sich dort malerisch die Villa Johanna, die aus der Zeit um 1900 stammt. Der dreigeschossige Bruchsteinbau mit teilweise Backsteinen hat ein hübsches kleines Ecktürmchen und wirkt ein bisschen wie ein Sommerschlösschen.

Altenahr zählt zum Weinbaubereich Walporzheim und im Ort sind fünf Weinbaubetriebe ansässig, die zum überwiegenden Teil rote Trauben anbauen. Die Weinlagen heißen Altenahrer Eck und Altenahrer Übigberg. Die Weinbauern haben sich der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr angeschlossen und in der Tunnelstraße 15-17 lädt die Vinothek Altenahr dazu ein, edle Ahrtröpfchen zu verkosten und zu erwerben.

Ordentlich in Weinstimmung kommt man in Altenahr jeweils am letzten Wochenende im Juni, wenn der Altenahrer Weinsommer steigt, und an allen Wochenenden im Oktober, die unter der Sammelbezeichnung Altenahrer Weinfest dem Göttertrunk huldigen. Auch am ersten Augustwochenende geht es in Altenahr hoch her, beim Altenahrer Burgfest auf Burg Are.

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