Burg Are

Wenn die Maare der Vulkaneifel durch Gottes Tränen vor Rührung über die geglückte Landschaft entstanden sind, dann hat er sich die Augenwinkel mit einem Taschentuch trocken getupft. Das wehte dann zerknüllt über die Region und das Ahrtal entstand, genau hier auf dem Felsen der Burg Are kann man es sehen. Von hier oben aus zeichnet sich ein ergreifendes Bild über die wildromantische Landschaft mit ihren schroffen Felsen und dem tief eingeschnittenen Tal.

Der Dichter Gottfried Kinkel beschrieb es so: „Dicht vor uns aber die prächtigen Burgtrümmer, dahinter die fantastisch zerklüfteten Felsenhäupter, die das Tal von Altenahr so wunderbar und einzig machen“ und „dies ganze Labyrinth haben wir in einem Blicke vor uns. Es ist keine Stelle, welche den eigentümlichen Zauber der Ahr so tief und mächtig auf den Beschauer wirken ließe...“

Die Höhenburg Burg Are entstand in den Jahren ab 1095 auf 240m ü. NN auf viereckigem Grundriss. Burg Are war Sitz der Grafen von Are, die sie 1246 ans Kölner Erzbistum verschenkten. Und die hatten dann Platz in den Felsenkellern, um dort störende Patrizier einzubuchten.

Burg Are wurde zu einer recht starken Festung ausgebaut und widerstand in den Franzosenkriegen lange Zeit dem Beschuss. Nach neunmonatiger Angriffslust der feindlichen Truppen und der Belagerung fiel die Burg Are 1690. Die Franzosen besetzten die Burg bis 1706. Im Anschluss daran schickte das Kölner Domkapitel eine Besatzung auf die Burg Are. Die benahm sich aber derart tüchtig daneben, dass sich der Kurfürst Joseph Clemens von Bayern gezwungen sah, dem liederlichen Treiben 1714 mit Eroberung und einer Sprengung zu begegnen.

Teile der Vorburg haben sich erhalten sowie Reste der Wehrmauer. Ebenso steht der sogenannte Gymnicher Porz (Pforte) noch. Die Toranlage unterhalb der Burg Are bewachte einen Zuweg zur Burg und bestand aus einem Torhaus über dem Weg und einem Burghaus mit Keller und zwei Etagen, worin gewohnt wurde. Ein Burgturm schloss sich an. Den Namen Gymnich trägt das Tor durch die Herren von Gymnich, die im 14. und 16. Jahrhundert hier was zu sagen hatten. Vermutlich stammt das Tor aus dieser Zeit.

An der Südseite von Burg Are findet sich ein alter Torturm, der auch Schellenturm genannt wird. Benachbart liegt die Ruine des Palas. Der hatte sogar eine Heizung in der Bischofskammer. Der erste Bergfried stand vermutlich in der nördlichen Ecke der Burg.

Beeindruckend sind die Reste der romanischen Burgkapelle aus der Zeit um 1200. Die Kapelle war sogar zweistöckig angelegt mit einem Untergeschoss für das Gesinde. Reste des Kreuzgewölbes zeigen die damalige Bauart.

In den Jahren 1997-99 wurden umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Burgruine Are notwendig, weil zu befürchten war, dass Teile der Burg auf die Bundesstraße stürzen könnten. Mit in den Fels getriebenen Ankern wurden die Mauerreste gesichert. Ein Hubschrauber brachte die Lasten nach oben. Die Arbeiten kosteten einen Piloten das Leben, weil sich das Seil in den Kufen verfing und er abstürzte. Höhen und Tiefen, Romantik und Drama reichen sich im Ahrtal die Hände.