Walporzheim

Rund 670 Menschen leben in Walporzheim. Hier in den steilen Hängen oberhalb der Ahr ist Handarbeit bei der Winzerei gefragt, denn für Maschinen ist die Lage kaum geeignet. Die stark terrassierten Weinberge mit Trockenmauern und Treppenaufgängen sind sogar als Denkmalzone geschützt.

Wer auf dem Rotweinwanderweg unterwegs ist, wird zwischen dem ehemaligen Kloster Marienthal und Walporzheim auch an der bekannten Bunten Kuh vorbei kommen. Die Felsnase, in der mancher eine herunterblickende Kuh erkennen will, andere eher einen Flaschenöffner, entstand durch eine Sprengung für den Straßenbau im 19. Jahrhundert. Was dort so bedrohlich über dem Weg schwebt, ist gesichert.

Die Legendenbildung ist auch sicher, bei so einer Formation in der Eifel. Ein frommer Raubritter habe hier mal mit seinen Getreuen auf der Lauer gelegen, um Leute um ihre Habe zu bringen. Doch da die Räuber gläubig waren, knieten sie beim Erklingen eines Kirchengeläuts zum Gebet. Nun soll eine Kuh mit ihrer Glocke gebimmelt haben, die Räuber versanken ins Gebet und die Händler zogen ohne Überfall ihres Weges. Eine weitere Version ist der französische Ausruf der Soldaten nach Genuss des Ahrweines: „C’est bon de goût“, und das klingt nach Bunte Kuh, ganz eindeutig.

Interessant ist, dass zu Zeiten Napoleons aus Walporzheimer Wein Sekt gemacht worden ist. Sparkling Wine from Walporzheim, hieß das Getränk, welches in England gute Absatzmärkte fand. In Walporzheim wurde 1871 die zweitälteste Winzergenossenschaft an der Ahr formiert. Nach wie vor ist die Winzerei das wirtschaftliche Aushängeschild des Ortes, der 893 erstmalig im Prümer Urbar genannt wurde. Die Lagen haben so klangvolle Namen wie Domlay, Alte Lay, Kräuterberg, Himmelchen und Pfaffenberg und Gärkammer. Daneben ist der Tourismus eine weitere Einnahmequelle.

Sehenswert in Walporzheim ist die katholische Kapelle St. Josef, ein Saalbau aus dem Jahr 1770. Erste Hinweise auf eine Kapelle gehen auf das Jahr 1660 zurück, denn es gab wohl eine Lieferung Klockwein, was Glöcknerwein heißt. Der kleine verputzte Bruchsteinbau trägt ein Glockentürmchen und 1924 erhielt er einen Anbau.

In der gleichen Straße finden sich weitere denkmalgeschützte Bauten. Der Domherrenhof oder auch Weinhaus St. Peter, stammt aus dem Beginn des 18. Jahrhunderts. Der Hakenhof ist ein teilweise massives Fachwerkgebäude. Auffällig ist auch eine Villa aus dem Jahr 1862. Der siebenachsige spätklassizistische Schieferbruchsteinbau wirkt auch durch sein Mittelrisalit. Ebenfalls unter Denkmalschutz steh das Empfangsgebäude des ehemaligen Bahnhofs aus Schieferbruchstein und Fachwerk im Schweizer Stil, gebaut 1866.

Hält man sich von Walporzheim aus südlich kommt man – schon in der Gemarkung des Stadtteils Ahrweiler gelegen – zum Steinthalskopf (417m). Hier steht der Aussichtsturm Steinthalskopf und benachbart die Schutzhütte Jacob Rausch.