Auf Rotweinwanderweg und Ahrsteig durchs Ahrtal


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 13 km
Gehzeit o. Pause: 3 Std. 33 Min.
Höhenmeter ca. ↑461m  ↓461m
Rotweinwanderg Ahrtal Ahrweiler

Wir starten unsere Rundwanderung ins Ahrtal am Marktplatz in Ahrweiler. Hier erhebt sich die katholische Pfarrkirche St. Laurentius, die als älteste Hallenkirche im Rheinland gilt. Die Abtei Prüm ließ die Laurentiuskirche ab 1269 in Ahrweiler erbauen. Die gotische Kirche ist dreischiffig und durch Strebenpfeiler gegliedert. Den stärksten Eindruck hinterlassen die 1903 bei Restaurierungen entdeckten Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die z. B. biblische Szenen, Heilige und die Weihe der Kirche zeigen.

Vom Marktpatz gehen wir durch die Adenbachhutstraße zur Burg Adenbach, einst ein mittelalterlicher Herrensitz, der Anfang des 20. Jahrhundert maßgeblich überbaut wurde, zwischenzeitlich eine Jugendherberge war und heute als Hotelbetrieb geführt wird.

Wir passieren die Bahnlinie und wandern unterhalb der Weinbergskapelle St. Urban hinauf in die Weinberge und treffen schon bald auf den Rotweinwanderweg. Der Rotweinwanderweg führt uns zur Gedenkstätte Silberbergtunnel am ehemaligen Ostportal des Tunnels. Hier sollte mal eine Eisenbahn fahren, doch dazu kam es nie. Dafür bot der Silberbergtunnel im Krieg den Bewohnern von Ahrweiler Schutz bei Bombenangriffen.

Wir wandern auf dem Rotweinwanderweg westwärts und erreichen nach einiger Zeit am Westportal des Silberbergtunnels den Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit, kurz: Regierungsbunker, noch kürzer: AdVB. Der Regierungsbunker ist eine 17km lange Bunkeranlage, die im Kalten Krieg angelegt wurde, um die Bonner Bürokratie zu evakuieren und von hier die Regierungsgeschäfte der alten BRD weiter zu führen.

Von dem ehemaligen Regierungsbunker, der als teuerstes Gebäude der alten Bundesrepublik galt, ist heute nicht mehr allzuviel übrig. Trotzdem ist die Dokumentationsstätte Regierungsbunker nach wie vor ein Besuchermagnet im Ahrtal. Die Dokumentationsstätte Regierungsbunker umfasst den um Kassenraum und Filmraum sowie Funktionsbereiche erweiterten Eingang des Bauteils 1 und ein 203m lange erhaltenes Stück des Bunkers. Nach 203 Metern blickt man am Ende des Museumsbereichs in die weiter in den Berg führende, völlig entkernte Bunkerröhre.

Der Rotweinwanderweg leitet weiter oberhalb des Ahrtals bis zur Bunten Kuh. Die Bunte Kuh ist eine Felsnase oberhalb von Walporzheim. Die markante Felsnase entspringt allerdings nicht einer Laune der Natur, sondern sie entstand im 19. Jahrhundert bei Sprengungen für den Straßenbau. Den Namen verdankt der beliebte Aussichtspunkt am Rotweinwanderweg wohl einer sprachlichen Verwechslung. Französische Soldaten sollen den guten Wein an der Ahr mit dem Ausspruch gelobt haben: Cest bon de gou. Die Winzer im Ahrtal verstanden schlicht bunte Kuh.

Auf dem Rotweinwanderweg wandert man weiter zum ehemaligen Kloster Marienthal. Das erste Kloster im Ahrtal entstand 1137 und wurde Anfang des 19. Jahrhunderts aufgehoben. Die Gebäude wurden abgerissen bis auf die Ruine der Klosterkirche. 1925 wurde Marienthal Preußische Staatliche Weinbaudomäne im Weinbaugebiet Ahr und die Verwaltung zog in neu errichtete Gebäude ein. 2004 verkaufte das Land Anwesen und Weinberge an mehrere Winzer, die hier Wanderer auf dem Rotweinwanderweg verköstigen und mit edlem Rebensaft versorgen.

Am Kloster Marienthal verlassen wir den Rotweinwanderweg und gehen hinab zur Bundesstraße Richtung Altenahr. In Dernau kann man die Ahr passieren und wir beginnen nun die Rückwanderung. Es geht flussabwärts, bis wir unterhalb der Bunten Kuh auf den Ahrsteig treffen, dem wir jetzt bis zum Kloster Kalvarienberg nach Ahrweiler folgen.

Das Kloster Kalvarienberg wurde ursprünglich 1630 errichtet ist heute unter der Führung der Ursulien. Die mächtigen Gebäude am Ahrweiler Kalvarienberg wurden 1897 neu errichtet. Wir spazieren unterhalb des Klosters weiter an der Ahr entlang, bis wir diese an der Dr. von Ehrenwallschen Klinik erneut queren.

Durchs Obertor, einem der vier erhaltenen Tore der mittelalterlichen Stadtbefestigung Ahrweilers, kommen wir wieder in die Altstadt und erreichen schnell den Weißen Turm. Der Weiße Turm wurde im 13. Jahrhundert als Wohnturm erbaut. Im Weißen Turm findet sich heute das Stadtmuseum Ahrweiler, das über die Geschichte des Mineralbrunnens Apollinaris, das religiöse Leben und die Kurstadt für Diabetiker informiert.

Schräg gegenüber steht die Ahrweiler Synagoge. Die Ahrweiler Synagoge wurde 1894 in einer Reihe mit gleich hohen Nachbarhäusern aus bräunlichem Sandstein gebaut. Auffallend sind die drei maurisch gestalteten hohen Fenster der Giebelseite zur Straßenfront mit Hufeisenbögen. Der Giebel wird von den Gesetzestafeln bekrönt, auf denen in hebräischer Schrift die Anfangsbuchstaben der Zehn Gebote eingemeißelt sind. Die alte Synagoge Ahrweiler wird heute u.a. für Kunstausstellungen genutzt.

Durch die Altenbaustraße spaziert man schließlich wieder entspannt zurück an den Marktplatz von Ahrweiler mit Laurentiuskirche, der Zehnscheune und dem Pfarrhaus, das 1773 im Rokokostil erbaut wurde.

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