Apollinariskirche (Remagen)

Wunderhübsch über dem Rheintal sichtbar steht bei Remagen die Apollinariskirche auf einer Anhöhe. Die Apollinariskirche hat eine Geschichte, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht. Damals noch dem heiligen Martin geweiht, gründeten die Benediktiner der Abtei Michaelsberg im 12. Jahrhundert eine Propstei und im 13. Jahrhundert kamen Reliquien des heiligen Apollinaris von Ravenna nach Remagen. Und damit setzte auch ein Pilgerstrom ein.

Als 1802 die Propstei aufgehoben wurde, kam die Kirche in den Verkauf und wurde wegen Baufälligkeit abgerissen. 1839-57 entstand die heutige Apollinariskirche als einschiffiger Bau mit vier filigran gearbeiteten Türmen. Im Westen überwiegen klassizistische Elemente, die in den Details neogotisch sind. Die dreischiffige Hallenkrypta wirkt neoromanisch. Die Apollinariskirche ist sozusagen ein architektonisches Füllhorn von Eindrücken, die in ihrer Komposition fantastisch anmuten. Architekt Ernst Friedrich Zwirner war mit der Planung beauftragt und eben jener baute damals den Kölner Dom fertig. Auf seinem Auftragszettel stand auch, er möge viele Wandflächen für Fresken vorsehen.

Das Innere der Kirche steht dem Äußeren in keiner Weise nach. 69 Bilder mit etwa 580 Figuren entstanden und es wurde fast zehn Jahre von ambitionierten Künstlern an den Zyklen gearbeitet, wobei man nur im Sommer malte. Das „Bilderbuch“ zeigt das Leben von Jesu und Maria sowie das des heiligen Apollinaris. Jesus als Weltenrichter regiert die Apsis, begleitet durch Maria und Johannes dem Täufer. Weitere Heilige und Evangelisten sind ebenfalls vertreten.

Nach der Aufhebung des Klosters betreuten die Franziskaner die Wallfahrt auf dem Apollinarisberg. Sie waren zugegen von 1875 bis 2006. Ihr Kloster findet sich in direkter Nachbarschaft zum sehenswerten Kirchenbau. 1972 entstanden die Konventsgebäude anstelle der bisherigen Benediktinerpropstei. Hier logierte auch der Ordensnachwuchs, der an der Uni Bonn studierte.

Seit 2007 wird die Wallfahrt auf dem Apollinarisberg durch einen niederländischen Orden begleitet. Zu Beginn der Wallfahrten zur Reliquie des heiligen Apollinaris im 13. Jahrhundert, wurden bestimmte Andachtsteilnahmen mit einem Ablass von vierzig Tagen gut geschrieben... eine mittelalterliche Art von Tourismus. Zu den Hochzeiten der Wallfahrten hierher kamen jährlich 100.000 Pilger!