Katzenfurt

Folgt man der Dill flussabwärts in Richtung Wetzlar, erreicht man auf der linken Uferseite nach Sinn das Dörfchen Katzenfurt, ein Ortsteil der Gemeinde Ehringshausen. Bei Katzenfurt gab es tatsächlich eine Furt durch die Dill, die früher Teil eines Handelsweges zur nahen Burg Greifenstein war. Ist dieser Teil des Ortsnamens also intuitiv richtig zu deuten, gilt das nicht zwingend für den ersten Teil des Namens, den viele Historiker auf den germanischen Volksstamm der Chatten beziehen. Doch auch der Bezug zur früher hier heimischen Wildkatze ist nicht ausgeschlossen.

Statt einer Furt führt heutzutage eine Brücke über die Dill. Die Dillbrücke führt dreibogig über den Fluss in Richtung Holzhausen und ist der Dillbrücke in Dillheim sehr ähnlich. Die Brücke wurde ursprünglich 1872 erbaut und 1965 verbreitert.

Das kleine traufständige Backhaus in Katzenfurt stammt, wie die Dillbrücke, aus dem 19. Jahrhundert – genauer aus dem Jahr 1859. Das heute noch genutzte Backhaus ist aus Bruchsteinen erbaut und verputzt. Man findet es am östlichen Ortsausgang.

Die Marxmühle in Katzenfurt ist ein weitläufiger Komplex nördlich des Ortszentrums. Die Gebäude, die sich um einen Hof gruppieren, stammen zum Teil noch aus dem Jahr 1787. Im Jahr 1884 wurde der Komplex zur Kunstmühle umgebaut. Heute sind noch viele originale Details erhalten, von der eigentlichen Mühleneinrichtung ist jedoch nur der Mühlengraben erhalten.

Das älteste erhaltene Gebäude Katzenfurts ist der spätromanische Turm der evangelischen Kirche – das Schiff der Kirche stammt jedoch aus den 1960er Jahren. Der quadratische Chorturm aus dem 13. Jahrhundert erhielt 1783 eine Laternenhaube. Erst vor kurzem wurden im Turm Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert entdeckt, auf denen die Passionsgeschichte, Christus als Weltenrichter und Engel abgebildet sind.