Burg Greifenstein (Hessen)

Der Greifenstein ist die wohl bedeutendste Wehranlage des Westerwalds. Die landschaftsbeherrschende Höhenburg ist mit ihrer markanten Silhouette und der großen Ausdehnung das weithin sichtbare Wahrzeichen im Greifensteiner Land.

Die ehemalige Residenz der Grafen zu Solms-Greifenstein und Herrensitz der Nassauer weist viele Sehenswürdigkeiten auf, die durch einen Rundgang erschlossen werden können. Direkt im Eingangsbereich findet sich das tiefe Gefängnis, ein gotisches Gewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Dort können heute mittelalterliche Folterwerkzeuge begutachtet werden.

Rechter Hand erreicht man die Südbastion und die Peter-Leppen-Pforte mit dem neuen Tor. Über dem neuen Tor schließt sich ein Wohnbau mit Arkadengang an. Die Peter-Leppen-Pforte wurde 1462 erbaut und nach dem ersten Torwächter benannt. Der noch gepflasterte Weg zur Oberburg führte weiter durch das Feuchte Gewölbe (1482) bis zum Ausgang am Kirchplatz.

Im nördwestlichen Eck das Burganlage liegt das Bollwerk „der Kuchen“, oder auch die „Münz“ genannt. In dieser 1463 erbauten Wehranlage wurden nach 1681 eigene Münzen geprägt. Heute hat hier das Standesamt seine Niederlassung und bietet die Möglichkeit für eine Hochzeit in historischer Kulisse.

In Richtung Osten erreicht man den Bergfried mit seinen markanten Doppeltürmen, die im 14. Jahrhundert errichtet worden sind. Der Nassauer Turm mit seinem runden Dach und der Bruderturm mit einem spitzen Dach und dem Glockengeläut. Besteigt man die Türme hat man eine großartige Sicht über die gesamte Anlage und das Greifensteiner Land.

An den Bruderturm fügt sich der „neue Bau“ an, der zu Ende des 17. Jahrhundert die Burg zu einem Barockschloss umfunktioniert. Von hier hat man einen guten Blick auf das Bollwerk „der Drache“ in der nördlichen Spitze des Greifenstein. Dieser 1479 errichtete Geschützturm hat bis zu 7m starke Mauern. Das untere Geschoss mit seinen Maulscharten ist noch erhalten.

Im Zentrum der Burganlage finden sich die Reste des mittelalterlichen Rittersaals mit Burgküche und einem Wohnbau sowie den als Bornkammern und Bornsaal bekannten Nachbarbauten mit Brunnen und den Wohnquartieren der Burgdamen.

Am Abschluss des Rundgangs über die Burg Greifenstein erreicht man im Eingangsbereich die Rossmühle, den größten Geschützturm der Burg. In Belagerungszeiten wurde hier eine Getreidemühle in Betrieb genommen, die von Pferden angetrieben wurde. Seit 1984 beherbergt das Bollwerk ein kleines Glockenmuseum. Dabei werden Glocken aus neun Jahrhunderten ausgestellt, die Technik des Glockengusses vorgestellt und Hintergründe zur Schriftgestaltung, den Reliefs und Friesen der Glockenverzierung vermittelt.

Unterhalb der Burg ist in der äußeren Thalpforte das Dorf- und Burgmuseum Greifenstein untergebracht. Es dokumentiert die Burg und ihre Geschichte, das Schusterhandwerk und die Dorfgeschichte. In der Hugenottenstube werden Exponate der 1685 gegründeten Kolonie Greifenthal gezeigt. Die Burggalerie präsentiert abwechselnd Ausstellungen mit Werken heimischer Künstler.

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