Hessenweg Etappe 8 Leun - Herborn


Erstellt von: WVH
Streckenlänge: 24 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 48 Min.
Höhenmeter ca. ↑508m  ↓467m
Wegweiser auf der achten Etappe

Im Leuner Becken beginnt die Bergfestetappe auf dem Hessenweg, die durch den Hessischen Westerwald nach Herborn ins Dilltal führt. Über die Lahnbrücke geht es zunächst hinein in den alten Kern der Kleinstadt Leun. Hier passiert der Hessenweg zunächst das Stadtmuseum Leun, das in dem 1818 errichteten früheren Rathaus eingerichtet wurde und auf einer Fläche von 500qm eine umfangreiche Sammlung zu Ortsgeschichte und Heimatkunde präsentiert. Die Spielzeugausstellung und die 50er-Jahre-Zimmer erinnern an die Aufbruchsjahre nach dem Zweiten Weltkrieg.

An der Ecke zur Obertorstraße steht der alte Junkernhof, eines der prächtigsten Fachwerkhäuser von Leun. Dann erreicht der Hessenweg die evangelische Pfarrkirche, die sich über dem historischen Kern von Leun erhebt. Das genaue Baudatum der Kirche ist unbekannt. Turm und Hauptschiff werden der Romanik zugeordnet, während Chorraum und Querschiff gotischen Ursprungs sind. Oberhalb der Kirche liegt der Friedhof, auf dem sich noch Reste der alten Stadtmauer sowie des alten Obertores befinden

Der Hessenweg verlässt Leun nordwärts und führt hinauf zur Leuner Burg (238m), ein früher als Steinbruch genutzter Berg, an dem sich ein schön gelegener, grün schimmernder Teich gebildet hat. Das Gelände ist als Naturdenkmal geschützt. Weiter bergan wird danach der Kesselberg (421m) erklommen.

Auf dem Kesselberg liegt das 1842-43 von den Fürsten aus Braunfels erbaute Jagdschloss Dianaburg, das später als Forstamt diente und ab 1899 auch einen Ausschank anbot. So wurde das Waldidyll Dianaburg zu einem beliebten Ausflugsziel für Wanderer, bis 1969 die Gastronomie eingestellt und die Nebengebäude abgerissen wurden. Nur der Turm blieb erhalten und liegt malerisch inmitten der Wälder des Westerwalds.

Weiter nordwärts passiert der Hessenweg den Welschen Born. Die kleine Waldquelle verdankt ihren Namen der Tatsache, dass hier 1685 Graf Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels etwa 190 Glaubensflüchtlinge aus Frankreich aufgriff. Da die Hugenotten zumeist gut ausgebildete Facharbeiter waren, bot der Graf den Flüchtlingen an, sich im Greifensteiner Land niederzulassen. Man siedelte zunächst in Daubhausen und durfte später einen eigenen Ort – Greifenthal – gründen.

Über einen Abschnitt der Hohen Straße, einem mittelalterlichen Handelsweg, der von Frankfurt nach Köln führt, leitet der Hessenweg nach Nordwesten, quert die Landstraße nach Holzhausen und komt dann am Waldhof Elgershausen vorbei. Die Lungenfachklinik wurde hier 1901 in einer alten Försterei eingerichtet.

Jetzt geht es hinauf zur Burg Greifenstein. Die Höhenburg ist wohl die wichtigste erhaltene Wehranlage im Westerwald. Ihre markanten Doppeltürme des im 14. Jahrhundert errichteten Bergfrieds sind eine weithin sichtbare Landmarke. Sehenswert ist neben der Burganlage auch die Schlosskirche, die zu einer der wenigen Doppelkirchen in Deutschland zählt. Auf der gotischen Katharinenkapelle aus dem 15. Jahrhundert wurde 1687-1702 eine barocke Kirche aufgesetzt. Beide Kirchen sind durch eine Treppe miteinander verbunden.

Von Burg Greifenstein führt der Hessenweg über den Wolfsberg (415m) hinab in den Dill-Westerwald. Vorbei am 1929 errichteten Wasserturm auf dem Katzenstein (332m) bei Merkenbach und der Einmündung des Rehbachs in die Dill oberhalb von Sinn geht es nach Herborn, der pittoresken Fachwerkstadt, die gerne auch nassauisches Rothenburg genannt wird. An der Kreuzung Westerwaldstraße-Hauptstraße endet die Etappe offiziell. Genau hier passierte übrigens 1987 das Tanklastunglück von Herborn, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen und zwölf Häuser niederbrannten.

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