Hessenweg Etappe 3 Holzhausen - Lahntal


Erstellt von: WVH
Streckenlänge: 24 km
Gehzeit o. Pause: 6 Std. 24 Min.
Höhenmeter ca. ↑803m  ↓961m
Der Hessenweg leitet auf der dritten Etappe ins Lahntal

In Holzhausen an der Haide startet der Hessenweg zu seiner dritten Tagestour, die uns über den Einrich ins Lahntal bringt. Hinter Holzhausen geht es hinauf in eine Landschaft, die Kenner auch als ein Stück Allgäu im Hintertaunus bezeichnen. Erster Zwischenstopp auf der Tageswanderung ist Niedertiefenbach, das von den höchsten Erhebungen des Einrich umrahmt ist: Von der Weißler Höhe (456m) im Osten, der Ringmauer (449m) im Süden und dem Galgenkopf (370m) bei Roth im Norden.

In Niedertiefenbach lohnt ein Blick auf die evangelische Pfarrkirche in der Hauptstraße. Die 1248 geweihte Kirche ist die älteste fast unverändert erhaltene Kirche im Einrich. Das spätromanische Schiff, das um 1500 erweitert wurde, ist mit Apostelreliefs aus dem 16. Jahrhundert verziert. Die Kirche und das Pfarrhaus, ein Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert, stehen heute unter Denkmalschutz.

Von Niedertiefenbach aus folgt der Hessenweg dem Hasenbach nordwärts vorbei an verschiedenen alten Mühlenstandorten bis zur Einmündung des Hasenbachs in den Dörsbach. Dann begleitet der Hessenweg den Dörsbach, dessen unterer Abschnitt mit seiner beeindruckenden Canyonlandschaft auch Jammertal genannt wird. Mit vielen Windungen durchzieht der Dörsbach die letzten Kilometer hinab zu Lahn. Steile Felsen beiderseits des Baches machen ein Weiterkommen durchs Jammertal nur auf einem schmalen Wanderpfad möglich.

Am Ende des Jammertals oberhalb der Einmündung des Dörsbachs in die Lahn liegt Kloster Arnstein. Es entstand, als der letzte Graf von Arnstein 1139 seine Burg in ein Kloster umwidmete. Die Burg wurde kurze Zeit später abgerissen. 1360 wurde die Klosterkirche fertiggestellt. Aus dieser Zeit stammt auch das Chorgestühl. Sehenswert ist der Fliesenfußboden, der schon deutlich früher – um 1210 – angelegt wurde. Die restliche Ausstattung der Klosterkirche stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert.

Ab Kloster Arnstein folgt der Hessenweg der Lahn, die zurecht als eines der schönsten Flusstäler Deutschlands gilt. Es geht flussaufwärts entlang der ruhig fließenden Lahn über die Höhenzüge, die immer wieder schöne Aussichten aufs Lahntal ermöglichen.

An der Lahnschleife bei Bremberg führt der Hessenweg zur Ruine der Brunnenburg, einem ehemaligen Benediktinerinnenkloster, das hoch auf einem Felskegel oberhalb der Lahn lag und von dem heute noch eine malerische Ruine erhalten ist. Kloster Brunnenburg wurde um 1200 von Gisela von Katzenelnbogen gegründet und war eng mit dem Prämonstratenserkloster bei Arnstein verbunden. Im Zuge der Reformation wurde Kloster Brunnenburg 1542 aufgelöst. Danach verfiel die Anlage Stück für Stück.

Das letzte Wegstück dieser Hessenweg-Etappe leitet uns noch hinauf bis auf Höhe von Laurenburg, das auf der anderen Lahnseite liegt. Man hat einen schönen Blick auf die Ruine der Burg Laurenburg, den ursprünglichen Stammsitz des Hauses Nassau. Von hier kommen die Vorfahren des niederländischen Königshauses und der Großherzöge von Luxemburg.

Seit 1985 ist die Ruine von Burg Laurenburg in privatem Besitz und man kann den renovierten fünfeckigen Hauptturm besichtigen. Hier ist ein kleines Militärmuseum eingerichtet. Unterhalb der Burg ließen sich die Fürsten von Anhalt-Bernburg-Schaumburg im 18. Jahrhundert ein kleines Schlösschen als Sommerresidenz bauen. Das Schloss Laurenburg wurde 1859 an die Grube Holzappel verkauft und ging später an die Diakonie, die hier seit 1975 ein Wohnheim für Behinderte betreibt.

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