Kloster Arnstein

Kloster Arnstein liegt auf der Gemarkung der Ortsgemeinde Seelbach nahe der Stadt Nassau im Lahntal. Unterhalb des Klosters mündet der durchs Jammertal zufließende Dörsbach in die Lahn. Vis-à-vis mündet auf der anderen Lahnseite bei Obernhof der Gelbach in die Lahn. Kloster Arnstein gehört heute der Ordensgemeinschaft von den Heiligsten Herzen Jesu (SSCC) an, auch unter dem Namen Arnsteiner Patres bekannt, die dort eine Jugendbegegnungsstätte unterhält.

Die Geschichte von Kloster Arnstein reicht zurück bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts. Eine Burg Arnstein, Sitz der Grafen von Arnstein, wird 1052 erstmals erwähnt – die älteste urkundliche Erwähnung einer Burg an der Lahn. Heute sind von dieser ursprünglichen Burganlage allerdings keine Spuren mehr zu finden.

Der letzte Graf von Arnstein, Ludwig III., wandelte 1139 seine Burg in ein Prämonstratenserkloster um und trat selbst in dieses Kloster ein. Seine Frau Guda zog in eine nahegelegene Klause. Burg Arnstein wurde noch im gleichen Jahr teilweise abgerissen. 1145 wurde die Abtei durch König Konrad III. bestätigt. 1236 wurde mit Stift Keppel sogar ein Filialkloster bei Hilchenbach im Siegerland errichtet.

1360 erfolgte die Fertigstellung der romanischen Klosterkirche Arnstein, deren Bauteile sich zum Teil auf das 12. Jahrhundert zurückdatieren lassen. Aus dieser Zeit stammt auch das Chorgestühl. Sehenswert ist der Fliesenfußboden aus dem Jahr 1210, der noch zum Teil erhalten ist. Die restliche Ausstattung der Klosterkirche dagegen stammt im Wesentlichen aus dem 18. Jahrhundert.

Das Refektorium von Kloster Arnstein stammt aus den Jahren 1174-75. Auch viele Teile des alten Klosters aus dem 14. bis 18. Jahrhundert sind erhalten. Schöne Räume bietet außerdem die Kellerei. Ebenfalls ist die Ruine der alten Burgkapelle erhalten.

Als die Fürsten von Nassau zum Protestantismus übertraten, unterstellte sich die Abtei der Schutzherrschaft des Erzstiftes Trier. Im Zuge der Säkularisation erfolgte 1803 die Aufhebung des Klosters. 1919 errichteten die Arnsteiner Patres ihren ersten Konvent in Deutschland. Superior und Vizeprovinzial Pater Alfons Spix wurde 1942 von den Nazis gefangen genommen und im Konzentrationslager Dachau hingerichtet. Sein Vergehen: Er ließ wiederholt polnische Zwangsarbeiter am Gottesdienst teilnehmen und gab ihnen etwas zu essen.

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