Holzhausen an der Haide

Der wohl berühmteste Einwohner von Holzhausen an der Haide war Nicolaus August Otto, der Erfinder des Viertaktmotors. Nicolaus August Otto war Sohn eines Bauers, der auch die Poststelle des Ortes betrieb. Der berühmte Holzhausener wurde am 14. Juni 1832 geboren und ging hier zur Volksschule, besuchte dann die Realschule in Langenschwalbach und landet dann schließlich als Handelsreisender in Köln. Hier entwickelte er ab 1862 den Viertaktverbrennungsmotor, gründet eine Firma und verpflichtet Gottlieb Daimler als technischen Direktor und Wilhelm Maybach als Chefkonstrukteur. Die heutige Deutz AG war geboren.

Die Firma erinnert sich ihres Gründers und erwirbt 1962 Ottos Geburtshaus in Holzhausen. Daraus entsteht das Nicolaus-Otto-Museum, in dem heute einige der wenigen erhaltenen Originalmotoren von Nicolaus Otto gezeigt werden und viele Erinnerungsstücke dem großen Pionier der Automobilität gedenken.

Schon lange vor Nicolaus Otto war Holzhausen ein kleines Zentrum im Hintertaunus, denn die Römer sicherten hier ihren Limes mit dem Kastell Holzhausen. Es zählt heute zu den am besten erhaltenen Limeskastellen in Deutschland. Das Kastell liegt in einem weitläjufigen Waldgebiet zwischen Holzhausen und Laufenselden am Nordwesthang des Grauen Kopf (543m). Das Kohorten-Kastell bei Holzhausen, in dem 500 Mann stationiert waren, gehörte zu den kleinsten Garnisonen am Obergermanisch-Rätischen Limes. Seine Maße betrugen 135m x 105m, also nur knapp 1,5ha. Nordwestlich des Kastells, nahe bei der Hasenbach-Quelle, lagen die Thermen des Römerkastells, das Kastellbad.

Dank seiner abgeschiedenen Lage mitten im Wald, blieb das römische Steinkastell lange unversehrt. Erst als um 1800 die Bäderstraße Taunus, die heutige B 260, gebaut wurde und man das Mauerwerk als Steinbruch nutzte, kam es zu größeren Beschädigungen. Heute sind in dem als Limes-Freilicht-Museum ausgewiesenen Bereich die rechteckigen Außen-Konturen (Praetorium), die halbrundförmige Mauer im Innenbereich, wahrscheinlich ein Fahnenheiligtum (Sacellum), Reste der vier Tore und der vier Ecktürme, sowie Reste von Wachtürmen zu sehen. Das Kastell Holzhausen ist über einen gut beschilderten Waldwanderweg (ca. 1,5km ab der B 260) zu erreichen.

Sehenswert in Holzhausen sind auch die beiden denkmalgeschützten Kirchen: die katholische Filialkirche in der Bäderstraße, ein neo-romanischer Backsteinbau vom Ende des 19. Jahrhunderts, und die evangelische Pfarrkirche in der Nikolaus-August-Otto-Straße, ein Bauwerk mit drei-achsigem Mansarddach aus dem Jahr 1765.

Eine weitere Besonderheit von Holzhausen sind die verbliebenen Spuren der Nassauischen Kleinbahn. Man hatte um 1900 eine Schmalspur-Dampfeisenbahnlinie geschaffen, die den Rhein (Sankt Goarshausen und Braubach) mit dem Aartal (Zollhaus) verband. Bis 1957 wurden auch ab Holzhausen Personen und Güter transportiert; der Bahnhof lag etwa 1km vom Ort entfernt. Der alte Bahndamm dient heute als Wanderweg, aus dem ehemaligen Bahnhofsgebäude entstand ein Gasthof.