Neuwied

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Das Neuwieder Becken liegt zwischen Koblenz und Andernach. Diese Talweitung grenzt auf einer Länge von etwa 22 Flusskilometern die engen Täler des Oberen Mittelrheins (von Bingen bis Koblenz) und des Unteren Mittelrheins (von Andernach bis Bonn) voneinander ab. Kern des Neuwieder Beckens ist die Stadtregion Koblenz. Rechtsrheinisch wird das Neuwieder Becken vor allem durch die namensgebende Stadt Neuwied geprägt.

Neuwied ist mit knapp 65.000 Einwohnern die größte Stadt des Westerwalds. Aufgrund der Lage in der einzig größeren Talweitung zwischen Oberrheinebene und der Kölner Bucht, ist das Neuwieder Becken bereits seit frühester Zeit besiedelt. Ein eiszeitliches Jagdlager, das im Stadtteil Feldkirchen entdeckt worden ist, datiert auf das 10. Jahrhundert vor Christus. Später setzten die Römer unter Julius Cäsar bei Neuwied erstmals auf rechtsrheinischen Boden über und betrieben verschiedene Kastelle zur Sicherung der Grenze (Limes).

Nachdem die Franken 260 n.Chr. die Römer an den Rhein zurückdrängten, wurden die Anlagen von den neuen Herren vereinnahmt. Engers wurde zum Mittelpunkt des mittelalterlichen Verwaltungsbezirks Engersgau, aus dem sich 1119 die Grafschaft Wied entwickelte.

Die Stadt Neuwied selbst wurde allerdings erst 1653 nach dem Dreißigjährigen Krieg gegründet. Der Graf von Wied residierte fortan am Rhein und stattete die neue Stadt mit weitgehender Religionsfreiheit aus – eine Besonderheit für die Zeit. Diese Politik führte zu einem schnellen Wachstum und großem Wohlstand. Die Möbel aus der Manufaktur der Herrnhuter Abraham und David Roentgen oder die kunstvollen Uhren von Peter Kinzing waren an den Fürstenhöfen ganz Europas gefragt. Das bis heute bestehende Hüttenwerk Rasselstein war das erste Blechwalzwerk Deutschlands. Hier wurden unter anderem die Schienen für die erste deutsche Eisenbahnstrecke Nürnberg-Fürth hergestellt.

Das Ende der Stadt als wiedische Residenz kam mit den französischen Revolutionskriegen: In der Schlacht von Neuwied, die auf dem Arc de Triomphe in Paris vermerkt ist, errangen 1797 französische Revolutionstruppen unter General Lazare Hoche gegen die österreichische Armee den ersten größeren Sieg in den Koalitionskriegen. Nach kurzer nassauischer Herrschaft (1806-15) wurde Neuwied 1816 Kreisstadt des preußischen Kreises Neuwied.

Zu ihrer heutigen Größe kam Neuwied 1970, als im Zuge der Verwaltungsreform die Städte Neuwied und Engers sowie die bis dahin eigenständigen Gemeinden Altwied, Feldkirchen/Rhein, Gladbach, Heimbach-Weis, Niederbieber, Segendorf und Oberbieber zusammengelegt worden sind.

Zwischen der Kernstadt Neuwied und dem Stadtteil Irlich mündet die Wied in den Rhein. Die Wied entspringt bei Linden an der Westerwälder Seenplatte, durchläuft in Westrichtung den Hatterter Grund und das Raiffeisenland bei Flammersfeld und knickt dann nach Süden ab. Durch das Waldbreitbacher Wiedland steuert die Wied dann auf Neuwied-Irlich zu und mündet in den Rhein. Die Gesamtlänge der Wied beträgt 102km. Sie ist damit der längste Bach des Westerwalds. Allerdings ist nur der letzte halbe Kilometer zwischen der Rasselstein GmbH und dem Rhein schiffbar.