Lahrer Herrlichkeit

Die Grafen von Isenburg erbauten 1276 das Veste Haus zu Laere, wie die Burg Lahr seinerzeit genannt wurde. Graf Salentin von Isenburg verpfändete die Lahrer Herrschaft 1325 an Kurköln. Fortan wurden Oberhlahr und Burglahr die Lahrer Herrlichkeit genannt und dieser Begriff hat sich mittlerweile für das Wandergebiet einschließlich der Dörfer Peterslahr und Eulenberg eingebürgert.

Die Lahrer Herrlichkeit liegt zwischen Döttesfeld im Puderbacher Land und Neustadt auf der Asbacher Hochfläche. Der Fernwanderweg Westerwaldsteig führt auf seiner 14. Etappe von Horhausen nach Neustadt an der Wied durch die Lahrer Herrlichkeit und erschließt vielen Wanderern diesen malerischen Abschnitt des Wiedtals. Auch ein Einstieg in den Nordic Walking Park Grenzbachtal ist von hier aus möglich.

Hauptanziehungspunkt der Lahrer Herrlichkeit ist die Ruine der Burg Lahr. Die Anlage liegt ca. 40m über dem Wiedtal auf einem Berg, der ursprünglich dreiseitig von der Wied umflossen wurde. Mittlerweile hat sich das Flüsschen aber ein neues Bett geschaffen und verläuft südlich der Burgruine.

Das genaue Erbauungsdatum der Burg ist unbekannt, Experten schätzen die Bauzeit aber auf das 11. Jahrhundert. Seit dem 18. Jahrhundert ist die Burg eine Ruine und wurde später als Steinbruch genutzt. Der fast 25m hohe runde Bergfried mit einem Durchmesser von 9m dominiert die Burgruine. Von den übrigen Teilen der Burganlage sind lediglich Mauerreste, Grundmauern sowie noch erkennbare Überreste der Grabenanlagen erhalten.

Am Fuße der Burg Lahr ruht die Kapelle Heimsuchung Mariens aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Kapelle ist ein verputzter, einschiffiger Bruchsteinbau mit dreiseitigem Chorschluss. Im Inneren der Kapelle steht auf einem einfachen Barockaltar eine knapp ein Meter große Holzfigur der Mutter Gottes mit Ihrem Kind.

In der Nähe der Kapelle wird heute in der ehemaligen herrschaftlichen Bannmühle aus dem 13. Jahrhundert ein Gastronomiebetrieb geführt. Der letzte Müller – Johann Fuchs – stellte in den 1950er Jahren das Mühlengeschäft ein. Nachdem die Lahrer Mühle seit 1974 auch außen neu gestaltet wurde und die Holzteile des Gebäudes dabei blau gestrichen wurden, heißt die Anlage Blaue Mühle.

In Burglahr selbst fallen einem das Kriegerdenkmal und das Mundloch des Alvenslebensstollens ins Auge. Dieser Stollen verbindet Burglahr auf einer Strecke von gut 1,5km mit der Grube Louise bei Bürdenbach.

Oberlahr liegt östlich von Burglahr. Den Ortskern markiert die neugotische Pfarrkirche St. Antonius Abbas aus dem Jahr 1876. Rund um die Antoniuskirche gruppieren sich einige sehenswerte und denkmalgeschützte Fachwerkhäuser und das historische Backhaus.

Peterslahr hieß bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts noch Niederlahr. Aufgrund einer Reliquie des heiligen Petrus bürgerte sich der Name Peterslahr ein, der nachweislich erstmals 1556 in den Kirchbüchern auftritt. Auch die Dorfkirche ist nach St. Petrus benannt. Sie wurde erstmals 1326 urkundlich erwähnt. Von der ursprünglichen Kirche sind noch die Taufkapelle und der untere Teil des Turmes erhalten. Schiff und Chor wurden 1900 nach Abbruch in alter Form wieder aufgebaut.