Schloss Arenfels

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Es gilt als das Schloss des Jahres. Nicht, weil eine Jury es dazu gewählt hätte, sondern weil Schloss Arenfels – direkt am Rhein bei Bad Hönningen gelegen – über 365 Fenster, 52 Türen und 12 Türme verfügt.

Schloss Arenfels ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Kurstadt Bad Hönningen. Etwa 1km nördlich des Ortszentrums erhebt es sich auf einem Felssporn aus den Wald- und Rebenhängen des Rheintals. Die Geschichte von Schloss Arenfels reicht zurück bis ins Jahr 1259, als die Herren von Isenburg eine erste Burganlage bauten. Aus dieser Zeit ist heute nur noch der ummauerte Sockel des Bergfrieds erhalten.

In den folgenden Jahrhunderten hatte Schloss Arenfels verschiedene Besitzer und erlebte verschiedene Bauabschnitte, wobei vor allem der Umbau der Burg zu einem Renaissance-Schloss in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter dem letzten Graf von Isenburg-Grenzau und dann in der Folge von der Familie von der Leyen bemerkenswert ist.

Die heutige Erscheinung als neugotisches Prachtschloss erhielt Arenfels aber erst im 19. Jahrhundert. 1848 kaufte Reichsgraf Westerholt-Gysenberg das abgewirtschaftete Schloss Arenfels und beauftragte im folgenden Jahr Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner mit der Renovierung. Zwirner – als Bauleiter des Kölner Doms erfahren bei Großprojekten – machte eine Kalkulation über 30.000 Taler, legte aber immer nur Teilpläne vor und startete die Bauarbeiten an Schloss Arenfels.

Der Umbau begann mit dem Ost- und Mittelflügel, die Zwirner mit neugotischen Giebeln versah. Anschließend wurde ein Turm errichtet: ein kolossales Bauwerk mit einem Spitzkegeldach. Die Innenausstattung wurde ebenfalls prunkvoll erneuert, z.B. mit einer gusseisernen Treppe über drei Etagen, einem Meisterwerk aus der Sayner Hütte. Was zuerst nach kleinen Veränderungen aussah, wurde zu einem kompletten Umbau, der ein Renaissance-Schloss zu einem romantisch verklärten Bau der Neugotik machte. Die Baukosten betrugen am Schluss 135.000 Taler. Aber dafür erhielt der Rhein neben dem Kölner Dom ein weiteres Architektur-Monument.

In 2006 trennten sich die Nachfahren des Grafen Westerholt-Gysenberg von Schloss Arenfels. Heute werden in dem Schloss Gastronomie und Events angeboten. Eine Besichtigung der Innenräume ist im Rahmen eines Führung möglich.

Nördlich liegt hinter Schloss Arenfels der sehenswerte Schafstall, eine alte Ansiedlung für die Hofleute der Arenfelser Schlossherrschaft. Das Fachwerkhaus wurde wahrscheinlich durch Graf Philipp Franz von der Leyen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Kavaliershaus errichtet, das auf den französischen Namen Belle Ombre (schöner Schatten) getauft wurde.