Sayn (Bendorf)

MausmühleMausmühle

Sayn ist das Schmuckstück und die grüne Lunge von Bendorf. Das Sayntal und das Brexbachtal, die schmucken Gebäude rund um den Burgberg und zahlreiche kulturelle Angebote machen den ehemaligen Stammsitz der Grafen von Sayn zu einem attraktiven Ausflugsziel.

Bereits 1202 wurde die Prämonstratenser-Abtei in Sayn geweiht. Das Kloster der auch Norbertiner genannten Gemeinschaft war aufgrund einer kostbaren Armreliquie des heiligen Apostels Simon, die 1206 vom Kölner Erzbischof nach Sayn gebracht wurde, ein wichtiges Ziel frommer Pilger. Nach einer zeitgenössischen Darstellung sollen im Jahr 1509 an einem Sonntag allein 22.000 Wallfahrer vor der Kirche versammelt gewesen sein.

1803 wurde die Abtei des Prämonstratenser-Ordens aufgelöst und in Staatshände übergeben, die nun für den Erhalt der Pfarrkirche die Zuständigkeit übernahmen. Ursprüngliche war die Abtei-Kirche als kreuzförmiger Zentralbau angelegt worden. Über dem Schnittpunkt wurde ein großer Vierungsturm errichtet. An die Südwand schloss sich der farbig ausgemalte Kreuzgang mit einem der bedeutendsten Brunnenhäuser Deutschlands an. Die Kirche verfügt über eine reiche Ausstattung. Neben dem Reliquienschrein des Apostels Simon befinden sich in der ehemaligen Abteikirche auch ein romanischer Taufstein mit Rankenfries, der um 1200 hergestellt worden ist. Seit 2007 hat die Prämonstratenser-Gemeinschaft Abtei Sayn wieder den Klosterbetrieb aufgenommen.

Folgt man von der Prämonstratenser-Abtei dem Lauf des Brexbachs, erreicht man die Heins Mühle, die inmitten des alten Ortskern liegt. Heins Mühle wurde Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut und erhielt ihr heutiges Aussehen nach einer Renovierung 1898. Von den ehemals zwanzig Mühlen, die in Bendorf und Umgebung ihr Malwerk verrichteten, ist Heins Mühle als einzige voll funktionsfähig der Nachwelt erhalten geblieben. Möglich machte dies das private Engagement eines privaten Förderkreises, der in der Mühle 1988 ein Mühlenmuseum einrichtete und sich um Erhalt und Betrieb kümmert.

Wendet man sich von Heins Mühle in Richtung Burgberg und passiert diesen linkerhand kommt man zur Sayner Hütte. Hier wurde seit 1769 Eisen hergestellt. Bemerkenswert ist die ab 1828 von Carl Ludwig Althans erbaute Gießhalle. Sie ist der erste Industriehallenbau mit tragender Gusseisenkonstruktion, Laufkran und Schwenkkränen, der heute noch erhalten ist. Ihre gusseiserne Tragkonstruktion verleiht der Halle das Aussehen einer dreischiffigen Basilika, die trotz der imposanten Ausmaße äußerst feingliedrig wirkt. Die ursprüngliche Halle wurde 1844 um vier Joche auf 43,30m vergrößert. Das gesamte Tragwerk besteht aus Gusseisen. Die 6,50m hohen Säulen mit dorischen Kapitellen tragen die gusseisernen Längs- und Querbinder. Am Ende der Halle stand der Hochofen, der vom Hang aus beschickt wurde, sowie zwei Flammöfen.

Hinter der Prämonstratenser-Abtei erstreckt sich im Brexbachtal der Kletterwald Sayn. Hier kann man mit Seil (und nach Anleitung) in einem der höchsten Mischwaldbeständen Deutschlands klettern. Unter anderem steht hier mit 55m Höhe der dritthöchste Baum des Landes – eine Douglasie.

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