Unkel

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Unkel liegt am Übergang vom Siebengebirge in den Rhein-Westerwald und ist das Verwaltungszentrum für die Gemeinden, die am Unkeler Bogen liegen. Unkel erhielt 1578 die Stadtrechte und wurde die kleinste Stadt des Kurfürstentums Köln. Trotzdem befestigte man natürlich die Siedlung. Von der ehemaligen Stadtbefestigung sind heute noch Teile erhalten, u.a. der Gefängnisturm am Südrand der Uferpromenade. Der Wachturm, dem erst 1700 seine barocke Haube aufgesetzt wurde, hatte im Keller ein Gefängnis, in dem – so die nicht bewiesene Überlieferung – auch schon Ludwig van Beethoven nach durchzechter Nacht aufwachte. Heute ist im Turm ein kleines Stadtmuseum eingerichtet, das man im Rahmen der so genannten Nachtwächterrundgänge – Stadtführungen mit Laternen – besuchen kann.

Hinter dem Gefängnisturm erhebt sich die Pfarrkirche St. Pantaleon, eine dreischiffige Hallenkirche, deren früheste Teile aus dem 13. Jahrhundert stammen. 1502 erfolgte der endgültige Ausbau, welcher die Kirche ihr heutiges Aussehen verlieh. Die St. Pantaleon Kirche verfügt über eine hochwertige Ausstattung, z.B. der schmiedeeiserne Hängeleuchter von 1627, ein barocker Hochaltar (1705) und ein hölzerner Reliquienschrein mit geschnitzten Maßwerkfeldern. Der die Kirche umgebende Friedhof zählt zu den schönsten seiner Art am Rhein.

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Unkel vor allem durch die autofreie Rheinpromenade mit ihrer schattigen Allee und den Rosenbeeten zu einem touristischen Anziehungspunkt. Passiert man die St. Pantaleon Kirche und bleibt erst noch auf der Promenade, kommt man in der Folge an dem Burg Unkel genannten Haus der Familie Herresdorf vorbei, ein dreiflügeliger Bau aus dem 17. Jahrhundert. Weiter flussaufwärts erreicht man dann das Paxheim, ein Priesterhaus, in dem Konrad Adenauer nach seiner Absetzung als Kölner Oberbürgermeister und Ausweisung aus Köln von September 1935 bis Sommer 1936 lebte.

In direkter Nachbarschaft steht das Freiligrathhaus, so benannt nach dem Dichter Ferdinand Freiligrath, der von 1839-41 in Unkel wohnte. Freiligrath gilt als Vormärzdichter, der sich literarisch für die Bildung eines Nationalstaates stark machte. Dabei interessierte er sich zunächst für die Ideen von Karl Marx und Friedrich Engels, mit denen er zusammen die Neue Rheinische Zeitung herausgab. Später wechselte er dann mit Werken wie „Hurra, Germania“ ins deutschpatriotische Kriegsbefürworterlager.

Wenn man jetzt die Rheinpromenade verlässt, kommt man in die Pützgasse, das Schmuckstück der Unkeler Altstadt. Vorbei an dicht stehenden und hervorragend erhaltenen Fachwerkhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert läuft man direkt auf den Pütz zu, rheinisch für Brunnen. Der Unkeler Pütz ist allerdings seit 1759 gar kein Brunnen mehr, sondern ein hoch aufragende Pumpe, die unter Bürgermeister Josef Clasen errichtet wurde und bis 1896 die Unkeler mit Trinkwasser versorgte.

Neben dem Unkeler Pütz liegt links der untere Markt, der heute Willy-Brandt-Platz heißt. Geht man rechts am Pütz vorbei und passiert den Schwarzenberger Hof, steht man vor dem Unkeler Rathaus, das 1855 als Volksschule gebaut wurde und seit 1908 als Bürgermeisterei dient.

2011 wurde in Unkel das von Unkeler Bürgern betriebene Willy-Brandt-Forum eröffnet. Der frühere Bundeskanzler und Friedensnobelpreisträger verstarb 1992 in Unkel, seinem Alterswohnsitz. Die Ausstellung im Unkeler Willy-Brandt-Forum dokumentiert wesentliche Stationen seines politischen Werdegangs und gewährt Einblicke in das Leben als Bürger der Stadt Unkel. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das private Arbeitszimmer Willy Brandts aus seinem Wohnhaus in Unkel.

Eines hat Willy Brandt – den weltlichen Freuden nicht abgeneigt – während seines Lebensabends in Unkel nicht geschafft: Die kleinste Kneipe der Welt zu besuchen. Die Gaststätte Beim Kleen in der Lühlingsgasse 12 bewirtschaftet auf 10,83 Quadratmetern ihre Gäste und das – so das Guiness Buch der Rekorde – ist weltweit einmalig.

Unkel ist warm, Unkel ist die Rotweinstadt, Unkel liegt am Rhein: Also wird in Unkel auch kräftig gefeiert. Fast jedes Wochenende werden von Frühjahr bis Herbst Veranstaltungen angeboten. Der Höhepunkt am ersten Wochenende im September ist dabei das Wein- und Heimatfest, seit 2009 in Verbindung mit der Ausstellung „Kunst in Unkeler Höfen“.