Festung Ehrenbreitstein

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118m über dem Rhein thront die größte erhaltene Festung Europas, der Ehrenbreitstein. Ehemals Teil der preußischen Verteidigungsanlage „Festung Koblenz“ ist die Festung Ehrenbreitstein heute ein beliebtes Ausflugsziel am Oberen Mittelrhein, das von Rüdesheim bis nach Koblenz seit 2002 als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt ist.

Betritt man die Festung durch das Feldtor, liegt auf der linken Seite der Turm Ungenannt. Er verdankt seinen Namen dem Umstand, dass man sich nicht auf einen Namen festlegen wollte, da sowohl ein preußischer Prinz als auch ein russischer Zarensohn am Bau mitwirkten und man keinen von beiden verprellen wollte. Der Turm ist drei Stockwerke hoch und beherrscht den Hang sowie das Tal und die gegenüberliegende Höhe von Ehrenbreitstein. Ihm folgt die Lange Linie, ein zweigeschossiger langgezogener Kasemattenbau, der parallel zum Weg verläuft.

Entlang der Langen Linie erreicht man das Grabentor und steht vor dem 12m hohen Ravelin, der den Hauptgraben absicherte. In den Ravelin wurde das Ehrenmal des Deutschen Heeres integriert, eine Plastik von Hans Wimmer, die an die Gefallenen der Weltkriege erinnern soll. Das 1972 übergebene Ehrenmal wurde 2006 um eine Stele erweitert, die nun auch an die in der Ausübung ihres Dienstes zu Tode gekommenen Soldaten der Bundeswehr mahnt.

Ein Tunnel führt durch den Ravelin weiter in den Retirierten Graben, der von der 18m hohen Kurtine abgeschlossen wird. Passiert man die Kurtine steht man auf dem Schlosshof, dem Mittelpunkt der Festung Ehrenbreitstein. Der Blick von hier aufs Rheintal war nicht nur militärisch gesehen einzigartig, sondern begeistert seit alters her auch alle Reisenden.

Die Festung Ehrenbreitstein blickt auf eine rund tausendjährige Geschichte zurück und wurde in dieser Zeit nur zwei Mal eingenommen. Die entscheidende Waffe: Aushungern. Nach der Besetzung 1799 durch die Franzosen als Folge der ersten Napoleonischen Kriege wurde die Festung Ehrenbreitstein 1801 mit 30.000 Pfund Schießpulver gesprengt. 17 Jahre später – nach Abschluss des Wiener Kongresses und dem Zuspruch des Rheinlands an Preußen, nahmen die Berliner stolze 24 Millionen Goldgulden in die Hand, um die Festung wieder aufzubauen. Das dürfte so runden zehn Milliarden Euro entsprechen!

Ursprünglich gegründet wurde die Festung als Burg Ehrenbreitstein um das Jahr 1000 errichtet. Etwa 1020 ging die Burg an die Erzbischöfe von Trier und wurde zum Brückenkopf für den rechtsrheinischen Besitz des Kurfürstentums. Ehrenbreitstein galt als sicherste Burg, was zur Einlagerung der wertvollsten Kostbarkeiten führte: Reliquien wie den Kopf des Bistumspatrons – der Heilige Matthias - und der heilige Rock, der Teile des Gewandes von Jesus enthalten soll.

Im Mittelalter begann der Ausbau der Burg zu einer Festungsanlage. Auf der Nordseite wurden Graben und Bastionen errichtet. Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads ließ auch erste Kanonen gießen, darunter die 1524 von Meister Simon gegossene Kanone Greif. Sie war als Belagerungskanone bestimmt und konnte nach theoretischen Berechnungen Kugeln von 80kg Gewicht unter Verwendung von 40kg Schwarzpulver verschießen. Nach der Eroberung des Ehrenbreitsteins durch die Franzosen 1799 wurde die Kanone nach Paris in den Invalidendom gebracht. 1940, nach der Eroberung Frankreichs durch das Deutsche Reich, kam sie zurück, 1945 ging es wieder nach Paris und 1984 schließlich kam sie als Dauerleihgabe auf die Festung Ehrenbreitstein zurück.

Heute ist die Kanone Greif einer der Besuchermagnete im Landesmuseum Koblenz, das seit 1956 auf der Festung Ehrenbreitstein untergebracht ist. Es ist das einzige technische Landesmuseum in Rheinland-Pfalz und zeigt unterjährig verschiedene Sonderausstellungen. In der rechten Contregarde ist die Daueraustellung „Geborgene Schätze. Archäologie an Mittelrhein und Mosel“ eingezogen. Die Festung Ehrenbreitstein ist nicht nur Sitz des Landesmuseums Koblenz, sondern gleichzeitig auch dessen größtes Exponat. Die Abteilung „Geschichte der Festung“ beschäftigt sich mit der Historie der Festung Koblenz-Ehrenbreitstein und behandelt auch allgemeine Fragen des Festungswesens.

Neben dem Landesmuseum haben auch die rheinland-pfälzische Schlösserverwaltung und eine sehr gut besuchte Jugendherberge ihren Sitz auf der Festung. Das heimliche Highlight der Festung Ehrenbreitstein ist aber die zur Bundesgartenschau 2011 eröffnete Rheinseilbahn. Der 12 Mio. Euro teure Bau kann pro Stunde 7.600 Personen vom Ehrenbreitstein in die Koblenzer Altstadt zum Deutschen Eck befördern. Damit ist die Rheinseilbahn die verkehrsstärkste Luftseilbahn in Deutschland. Ursprünglich sollte die Rheinseilbahn 2013 wieder abgebaut werden, um den UNESCO-Weltkulturerbe-Status nicht zu gefährden. Es zeichnet sich aber ab, dass die Rheinseilbahn mit Segen der UNESCO doch länger in Betrieb bleiben wird.