Schloss Vollrads

Mit Superlativen ist es immer so eine Sache, daher formulieren wir vorsichtig: Willkommen, auf dem wahrscheinlich ältesten Weingut der Welt, willkommen auf Schloss Vollrads. Seit 1211 ist hier der Weinhandel dokumentiert. Seinerzeit war das Schloss allerdings noch eher ein Rittergut, das die Herren aus Winkel bewohnten und bewirtschafteten. Einer von ihnen war der Ritter Vollradus von Winkel und ihm verdankt Schloss auch heute noch seinen Namen.

Die Ritter von Winkel wurden nach ihrem Erlöschen von der Familie Greiffenclau beerbt. Diese dienten bereits unter Karl dem Großen und – so die Legende – erhielten durch ihn den Tipp, im Rheingau Wein anzubauen. Man baute in Winkel ein Wohnhaus – das Graue Haus – und kam dann später in den Besitz des Guts von Ritter Vollradus.

Der Kern des heutigen Schloss Vollrads bildet der wuchtige Wohnturm, der im ersten Drittel des 14. Jahrhunderts durch die Greiffenclaus erbaut wurde. 1684 wurde das heutige zweiflügelige Herrenhaus von Georg Phillip Greiffenclau von Vollrads neben dem Turm erbaut. Die Wirtschaftsgebäude folgten schließlich um 1700. 1907-08 ließ Gräfin Clara Matuschka-Greiffenclau den Südtrakt des Herrenhauses um ein drittes Stockwerk erhöhen, zwei Türme mit Zwiebelhauben anbauen, die Terrassen erweitern und den Erker am Donjon ebenfalls aufstocken.

Trotz der großen Geschichte, war das Weingut Schloss Vollrads hoch verschuldet, als 1975 Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau in der 27. Generation den Besitz übernahm. Als das Konkursverfahren über Schloss Vollrads eröffnet werden sollte, nahm sich der Graf 1997 das Leben. Seitdem gehört Schloss Vollrads der Nassauischen Sparkasse, die das Schloss mit seinen Weinbergen und einem Restaurant bewirtschaftet.

Regionaler Bezug:

Oestrich-Winkel Rheingau-Taunus-Kreis Hessen Rheingauer Weinland Rheingau Taunus