Deutsches Eck

Weinhotel Landsknecht
Weinhotel Landsknecht

Das Deutsche Eck, wo die Mosel in den Rhein fließt, ist eines der bekanntesten Nationalmonumente in Deutschland. Mittlerweile ist das Deutsche Eck Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes Oberes Mittelrheintal. Von den Römern, die hier das Castellum ad Confluentes errichteten, über die Ritter des Deutschen Ordens bis zum deutschen Kaiser: das Deutsche Eck hatte immer eine magische Anziehungskraft.

Man schrieb das Jahr 1216, als der Trierer Erzbischof die Ritter des Deutsche Ordens nach Koblenz rief und ihnen hinter der Kastorkirche am Zusammenfluss von Mosel und Rhein Grund überließ. Man gründete die Deutschordenskommende Koblenz, die direkt dem Hochmeister unterstellt war. Das führte dazu, dass man die Landzunge zwischen Rhein und Mosel erst Deutscher Ordt und später dann Deutsches Eck nannte.

Im 19. Jahrhundert wurde die Landzunge durch künstliche Aufschüttung vergrößert und man nannte die letzte Spitze des Deutschen Ecks Honsschwanz (Hundeschwanz), weil das Deutsche Eck geografisch den letzten Zipfel des Hunderückens – gemeint ist das Mittelgebirge Hunsrück – darstellt.

Heute kommen rund zwei Millionen Besucher kommen jährlich zum Deutschen Eck in Koblenz. Ein Pflichttermin ist dabei das Selfie vor dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. 1897 errichtete man am Deutschen Eck das monumentale Denkmal, das an Kaiser Wilhelm I. erinnert. Um das 37m hohe Reiterstandbild aufzustellen, wurde der damalige Nothafen am Honsschwanz zugeschüttet. 1945 wurde das Kaiser Wilhelm Denkmal zerstört. Der Sockel wurde 1953 zum Mahnmal und bis 1993 war hier nur ein Flaggenstock. Im Herbst 1993 konnte eine Rekonstruktion auf den Sockel gestellt werden.

Gleich benachbart zum Kaiser findet man das letzte Überbleibsel der Deutschordenskommende Koblenz, das Deutschherrenhaus. Erhalten sind Reste der Südwand der 1306 geweihten Kirche des Ordens. Ruinenteile der Mitte des 14. Jahrhunderts geweihten Kapelle, Reste der Befestigungsmauern aus der Zeit von 1279 zur Rhein- und Moselseite, mit Toranlage und Kasematten.

Die Ruine des Archivdienerhauses wurde in einen Neubau mit einbezogen. Der dreigeschossige gotische Putzbau des Deutschherrenhauses mit Treppenturm wurde zum Ludwig-Museum für zeitgenössische französische Kunst umgebaut, das dort seit 1992 als eines von fünf durch Peter und Irene Ludwig initiierten Museen in Deutschland den Dialog über die Kunst mit dem Nachbarland pflegt.

Geht man vom Deutschen Eck – die Mündung im Rücken – links entlang der Mosel, spaziert man auf dem Peter-Altmeier-Ufer und kommt zum Peter-Altmeier-Denkmal. Das Peter-Altmeier-Denkmal wurde 1981 eingeweiht und erinnert an den ersten Ministerpräsidenten des nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründeten Bundeslands Rheinland-Pfalz.

Geht man rechts entlang des Rheins kommt man in die Rheinanlagen. Die Rheinanlagen Koblenz sind ein Park, der 1856-61 im Auftrag der späteren Kaiserin Augusta angelegt wurde und sich vorbei am Kurfürstlichen Schloss Koblenz bis in die Südliche Vorstadt zieht. Der obere Teil der Rheinanlagen heißt heute Konrad-Adenauer-Ufer und ist als Promenade ausgebaut.

Am Konrad-Adenauer-Ufer befindet sich auf Höhe der St. Kastor Basilika seit der Bundesgartenschau 2011 die Talstation der Rheinseilbahn. Die Rheinseilbahn verbindet das Deutsche Eck mit der Festung Ehrenbreitstein und kann pro Stunde 7.600 Menschen befördern – Weltrekord! Die UNESCO fand den Bau nicht so spannend und wollte eigentlich, dass die Rheinseilbahn nach der Buga wieder abgebaut wird. Mittlerweile gibt es aber die Erlaubnis, die Rheinseilbahn bis 2026 zu betreiben, ohne dass der Status Weltkulturerbe aberkannt würde. Nach nur vier Betriebsjahren hatte die Rheinsteilbahn 2015 bereits über zehn Millionen Gäste transportiert.

IVW