Steimel

Im Ahle EckIm Ahle Eck

Steimel ist ein Erholungsort auf 326m Höhe im Puderbacher Land am Nordostrand des Rhein-Westerwalds. Zu Steimel gehören die Ortsteile Weroth, Sensenbach und Alberthofen. Die Täler des Rodenbachs, Dreisbachs und Wambachs fließen von Osten her dem Holzbach zu und bilden eine schöne und stille Westerwaldlandschaft.

Steimel (= Stein-Mal) war schon zu germanischer Zeit eine Kult- und Opferstätte. Im Mittelalter erhielt Steimel Marktrechte und der Marktplatz wurde 1559 zum Schutz gegen Überfälle mit Wall und Graben umgeben. Steimel entwickelte sich zum wichtigsten Marktort in der wiedischen Grafschaft. An manchen Markttagen betrug der Viehauftrieb an Großvieh über 1.000 Stück. Heute erinnert noch der im Herbst stattfindende Kartoffelmarkt an die Zeit als Handelsort.

Der frühere Marktplatz ist mit alten Eichen und Hainbuchen bestanden und dient heute als Kurpark. In der Nähe findet der Besucher das älteste Haus des im Dreißigjährigen Krieg komplett zerstörten Dorfes. Das Haus Neitzert stammt aus 1730 und wurde vom Sohn des Dierdorfer Schultheißen Johann Jakob Neitzert gebaut. Das Haus sollte herrschaftliche Ansprüche dokumentieren, weshalb an Eichenfachwerk und Kölner Decken – mittels Lehmputz versehenen, jeweils stirnseitig halbrund auslaufenden Deckenbalken – nicht gespart wurde. Diese aufwändigen Decken wurden im Westerwald nur selten gebaut und sind deshalb heute denkmalgeschützt.

Im 2004 von der Gemeinde erworbenen Haus Neitzert wird ein Museum mit Arbeiten des Künstlers Karl Bruchhäuser eingerichtet. Bruchhäuser – einer der Gründungsväter der Partei Die Grünen – wuchs in Dausenau an der Lahn auf und lebte nach dem Zweiten Weltkrieg im Puderbacher Land. Der Schüler von Oskar Kokoschka galt als ein Meister der Farbe und des Lichts. Über 200 Werke des Malers werden in Steimel ausgestellt, künstlerich betreut durch das Kreismuseum Neuwied.

Vom Ortszentrum Steimel kann man schön zum alten Schwimmbad nach Sensenbach im Rodenbachtal gehen. Nachdem das frühere Waldschwimmbad nicht mehr den aktuellen Vorschriften entsprach, bauten die Steimeler 2002 daraus ein Feuchtbiotop mit Teichanlage.

Ein rund 1,5 Kilometer langer Baumlehrpfad mit 26 Schautafeln informiert im Umland über die heimischen, teilweise sehr alten Bestände an Waldbäumen und Sträuchern. Ein kleiner Tierpark kann ebenfalls besichtigt werden.