Rheinbreitbach

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Rheinbreitbach, das Fenster zum Siebengebirge, grenzt an Bad Honnef und markiert damit die rechtsrheinische Landesgrenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Historisch lebte die Bevölkerung von Rheinbreitbach über Jahrhunderte vom Weinbau und vom Abbau von Kupfer.

Die Kupferbergwerke gehen wahrscheinlich schon auf die Zeit der Römer zurück und gehören damit zu den ältesten Erzfördereinrichtungen am Rhein. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Bergbau in Rheinbreitbach 1604. Um 1720 waren die Untertagestollen bereits über 1.000m lang und knapp 100 Bergleute fanden Beschäftigung. Die 1756 von Martin Legros gegossenen Glocken des Bonner Münsters St. Martin wurden aus rund 8.000 Pfund Rheinbreitbacher Kupfer hergestellt und selbst der junge Alexander von Humboldt stattete den Rheinbreitbacher Bergwerken 1789 einen Besuch ab.

Heute ist Rheinbreitbach aufgrund seiner bevorzugten Lage am Rhein zwischen Siebengebirge und Rhein-Westerwald Wohnort und Fremdenverkehrsgemeinde. Rheinbreitbachs mittelalterliches Ortsbild wird geprägt von Fachwerkhäusern im Ortskern und einigen herrschaftlichen Villen. Die untere Burg, früher Sitz der Herren von Breitbach und die älteste Wasserburg am Rhein, ist nur noch als Ruine erhalten. Mittlerweile ist die untere Burg in Grundzügen restauriert und der sie umgebende Renesseplatz zu einem Freizeitgelände umgebaut.

In gutem Zustand erhalten ist dagegen die obere Burg, die aus dem 15. Jahrhundert stammen soll. 1907 erwarb der Schriftsteller Rudolf Herzog die obere Burg, die darauf hin jahrelang nur noch Herzogburg genannt wurde. Herzog war ein deutschnational gesinnter Bestseller-Autor, dessen Werke meist sechstellige Auflagen erzielten. Nach dem Tode Rudolf Herzogs im Jahre 1943 war die obere Burg lange dem Verfall ausgesetzt, bis Rheinbreitbach die Liegenschaft erwarb und die Anlage saniert. Heute ist die obere Burg ein kultureller Anziehungspunkt über die Grenzen Rheinbreitbachs hinaus.

Die spätgotische Pfarrkirche St. Maria Magdalena ist ein korallenfarbiger Bau aus dem 15. Jahrhundert mit vorgelagertem Westturm und einem modernen Erweiterungsbau. Die Innenausstattung der St. Maria Magdalena Kirche stammt im Wesentlichen aus dem Barock. Der Hochaltar von 1620 wurde in Teilen im 18. Jahrhundert erweitert.

Älter ist die Leonarduskapelle in der Hauptstraße, deren Ursprungsbau 1583 im Truchsessischen Krieg zerstört wurde. 1655 errichteten die Bürger die heutige Kapelle, die u.a. ein Armreliqiuar des heiligen Leonardus enthält. Deshalb war die Leonarduskapelle lange ein wichtiges Ziel für Wallfahrer. Ebenfalls in der Hauptstraße befindet sich ein kleines Museum für Alltagsgeschichte, das der Rheinbreitbacher Heimatverein betreibt.

Der Hausberg von Rheinbreitbach ist der Koppel (136m), der sich östlich des Ortskern erhebt. Von hier hat man bei gutem Wetter einen Blick bis zum Kölner Dom und hinein in die Eifel. Geht man weiter östlich, erreicht man den Rheinsteig, der zur Waldkapelle Auge Gottes am Nordhang des Asbergs (441m) führt.