Bad Honnef


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Deutschland großer Universalgelehrter Alexander von Humboldt soll einst beim Blick vom Drachenfels auf Bad Honnef bemerkt haben, dass die Kleinstadt am Rhein das deutsche Nizza sei. Ein solcher Vergleich von einem weitgereisten Forscher war natürlich eine Steilvorlage für die örtlichen Touristiker, wenngleich eine verbriefte Quellenangabe dafür fehlt.

Nichtsdestotrotz ist der Slogan vom deutschen Nizza am Rhein recht passend, weil er das milde Klima von Bad Honnef mit der Tatsache in Verbindung bringt, dass Bad Honnef die kaufkräftigsten Bürger in Nordrhein-Westfalen beheimatet und hier nach Meerbusch bei Düsseldorf auch absolut gesehen die meisten Vermögensmillionäre von Deutschlands größtem Bundesland residieren.

Bad Honnef liegt im Übergang vom Siebengebirge in den Vulkanrücken des Rhein-Westerwalds. Die erste Erwähnung findet Honnef 922. Knapp 200 Jahre später kommt Honnef in den Besitz der Grafen von Sayn, die die Löwenburg zur Sicherung ihrer Interessen errichteten. Später fällt Honnef an das Herzogtum Berg und geht dann mit diesem 1815 an Preußen über. Zunächst noch Teil von Königswinter, erhält Honnef 1862 die Stadtrechte.

1897 wird in Honnef die 249m tiefe Drachenquelle erbohrt und 1938 eine zweite Mineralquelle auf der Insel Grafenwerth. Damit wurde Honnef zu Bad Honnef und alsbald auch immer stärker ein Zentrum des zunehmenden Fremdenverkehrs im Siebengebirge. Bereits 1901 kaufte die Stadtverwaltung die im Zentrum gelegene Villa Haarhaus und baute sie in ein Kurhaus um, das heute zum Seminaris-Kongresspark gehört.

Vom oberen Ende des Marktplatzes aus überragt der hohe Westturm der Pfarrkirche St. Johann Baptist das Zentrum von Bad Honnef. Der untere Teil des Turms stammt aus dem späten 12. Jahrhundert. Die Hallenkirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts als spätgotische Hallenkirche neu aufgebaut. Aus dieser Zeit befindet sich im Inneren eine Muttergottesstatue (um 1500), ein Sakramentshäuschen (um 1500) und das Heilige Grab aus dem Jahr 1514.

Rund um den Marktplatz finden sich zahlreiche klassizistische Bürgerhäuser. Bemerkenswert ist das alte Gemeindehaus, das Hontes. Es diente von 1627-1800 zunächst als Gefängnis und danach als Rathaus. Das heutige Rathaus von Bad Honnef ist ein moderner Bau am Südrand des Marktes, der sich erstaunlich gut in das Gesamtensemble einfügt.

Im Hinterland von Bad Honnef erstreckt sich am Nordhang des Leybergs (359m) das Mucher Wiesental. Zentrales Anwesen oberhalb der Wiesenhänge ist der Steinsbüscher Hof, der 1592 angelegt worden ist. Seit 2006 wird hier eine Schönheitsklinik betrieben. Wer selbst nicht mehr schöner werden will und sich stattdessen an den Schönheiten des Siebengebirges berauschen will, dem sei der Aufstieg auf den Leyberg über einen Zubringer des Rheinsteigs empfohlen. Man wird belohnt mit einem beeindruckenden Panoramablick auf den Drachenfels (321m), hinab ins Rheintal und auf die freiliegenden Kegel- und Kuppengipfel der Eifel.


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