Saarland

Leben wie Gott in Frankreich? Geht auch in Deutschland, jedenfalls ein Stückchen. Wer's nicht glaubt, fährt einfach mal ins Saarland. Hier fühlt sich vieles schon irgendwie französisch an, was sicherlich an der direkten Nachbarschaft zu Luxemburg und Frankreich liegt. Savoir vivre an der Saar.

Das Saarland ist der kleinste Flächenstaat Deutschlands. Mehrfach wurde es von Frankreich kontrolliert, so auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch 1955 stimmten die Menschen ab und so kam es 1957 zu ersten deutsch-deutschen Wiedervereinigung nämlich mit dem Saarland und dem Rest der Bundesrepublik.

Wanderwege im Saarland

Das Saarland ist ein gutes Ziel für Wanderer: Es gibt abwechslungsreiche Landschaften und ein gut ausgebautes Wegenetz. Eine ganze Reihe der bekannten Traumschleifen Saar-Hunsrück liegen im Saarland. Ein Teil der Saar-Lor-Lux-Wege (Kulturwanderwege in der Europaregion Saar-Lor-Lux)  verlaufen im Saarland und beliebt sind auch die saarländischen Tafeltouren - Stichwort: Gott in Frankreich.

Wer's weiter mag, wird auf den ersten Etappen des Saar-Hunsrück-Steigs fündig. Auch der Moselsteig beginnt im Saarland. Bekannte Fernwanderwege im Saarland sind ebenfalls die vom Saarwald-Verein betreuten Etappenwege wie der Saarland-Rundwanderweg, der Saarwanderweg und der Saar-Hochwald-Weg.

Wandergebiete im Saarland

Vom Dreiländeck Deutschland, Frankreich und Luxemburg bei Perl an der Mosel bis zum Saartal zieht sich im Nordwesten des Saarlands der Saargau. Die Saarschleife und der Aussichtspunkt Cloef, der Archäologiepark Römische Villa Borg, die Orchideenwiesen am Hammelsberg und die Streuobstwiesen am Nackberg, Schloss Fremersdorf und das Mosaik von Nennig sind spannende Ziele für jede Fotosafari.

Östlich der Saarschleife schließt sich das Hochwald-Vorland an, das im Norden in den Hunsrück übergeht. Hier finden sich u.a. das Erlebniszentrum Villeroy & Boch und die Alte Abtei, Sitz der Hauptverwaltung von Villeroy & Boch in Mettlach. Bekannt sind der Wolfspark Werner Freund, das Merziger Stadthaus (ein wichtiger Bau der Spätrenaissance), Schloss Fellenberg, die Honzrather Felsenkeller, das Historische Kupferbergwerk Düppenweiler und der Stausee Losheim.

Ein kleines Stück Nationalpark Hunsrück-Hochwald, der Bostalsee und die Primstalsperre, mit dem Dollberg (695m) der höchste Berg des Saarlands: das alles liegt im Sankt Wendeler Land. Und es gibt noch mehr zu sehen, z.B. der Keltenring von Otzenhausen, Burg Nohfelden, das Hochmoorgebiet Oberthaler Bruch, die Abtei Tholey und dem Schaumbergturm.

Das Blies-Hügelland liegt südlich und bietet ebenfalls lohnenswerte Ausflugsziele in größerem Umfang. Zu nennen sind etwa der Stengel-Pavillon mit Rosengarten, das Alte Hüttenareal in Neunkirchen, Galgenbergturm, der Naherholungsraum Itzenplitz, das mondäne Rathaus in Wemmetsweiler, der Dom des Illtals, Burg Kerpen, Schloss Buseck und das Umwelt- und Freizeitzentrum Finkenrech.

Die St. Ingberter Senke war einst von Steinkohlegruben, Eisenverarbeitung und Glasproduktion geprägt. Heute kann man hier prima wandern, z.B. zum Hindenburgturm, auf den Homburger Schlossberg, zum Römermuseum Schwarzenacker, zur Burg Kirkel und zum Stiefelstein.

Der Bliesgau wird auch die Toskana des Saarlands genannt: eine sanft-hügelige Landschaft entlang der Blies rund um die sehenswerte Barockstadt Blieskastel. Abstecher lohnen u.a. zu den Niederwürzbacher Schlössern, zum Wallfahrtskloster Blieskastel, zum Aussichtsturm auf dem Heidenkopf, zum Kloster Gräfinthal, zum Orchideengebiet Gersheim oder zum Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim.

Die Landeshauptstadt des Saarlands liegt in der Saarbrücker Talweitung. Wer hier unterwegs ist, sollte sich die Wintringer Kapelle, Schloss Halberg, den St. Arnualer Markt, Schloss Saarbrücken, das Rathaus St. Johann, den Deutsch-Französischen Garten und den Bürgerpark Saarbrücken, das Erlebnisbergwerk Velsen und natürlich das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte anschauen.

Der Warndt ist ein großes Waldgebiet im Grenzgebiet von Frankreich und Deutschland. Den deutschen Teil dieses Waldgebiets inkl. der anliegenden Orte nennt man Deutscher Warndt. Tagesausflugsziele im Warndt sind etwa der Warndtdom, die Hugenottenkirche in Ludweiler, das Jagdschloss Karlsbrunn, Burg Berus und die Teufelsburg.

Das Kernstück des Saarkohlenwalds kennt man auch als Urwald vor den Toren der Stadt. Einst wurde hier Holz für die Bergwerke gefällt. Heute holt sich die Natur das Land zurück. Sehenswert sind neben anderem die ehemalige Bergarbeitersiedlung Von der Heydt, das Püttlinger Schlösschen, Burg Bucherbach, der Himmelspfeil an der Grube Göttelborn und der Brennende Berg in der dampfenden Klamm.

Das Saarlouiser Becken bietet Wanderern viel Abwechslung. Ob es dabei auf die Höhen geht wie dem Litermont (414m), der Halde Ensdorf und hinauf zur Burg Siersburg oder in die Täler der Saar mit dem Ökosee oder ins idyllische Niedtal. Schloss Villeroy de Galhau, Haus Saargau, Burg Siersburg, die Vauban-Insel, der Große Markt in Saarlouis, der Saardom in Dillingen und der Kaltenstein sind bekannte Sehenswürdigkeiten.

Anreise ins Saarland

Durchs Saarland führen drei Autobahnen, die eine schnelle Anreise ermöglichen. Aus Norden kommt die A 1, die in Saarbrücken endet. Ebenfalls in Saarbrücken beginnt die A 6, die über Kaiserslautern, Mannheim und Nürnberg nach Osten führt. Die A 8 schließlich startet in Perl und leitet - mit Unterbrechungen - über Karlsruhe nach München.

Wichtige Verkehrsverbindungen innerhalb des Saarlands sind u.a. die Bundesstraßen B 268 (von Trier nach Saarbrücken), B 51 (von Konz nach Kleinblittersdorf), B 423 (von Mandelbachtal nach Homburg) und die B 41 (von Saarbrücken nach Bad Kreuznach).