Brennender Berg


Südlich von Sulzbach an der Grenze zu Dudweiler liegt der Brennende Berg in der „dampfenden Klamm“. Von der berichtete Johann Wolfgang von Goethe, der hier 1770 herkam, in seinen Lebenserinnerungen „Dichtung und Wahrheit“.

„Ein starker Schwefelgeruch umzog uns, eine Seite der Höhle war nahezu glühend mit rötlichem, weißgebrannte Stein bedeckt, ein dicker Dampf stieg aus den Klunsen hervor, und man fühlte die Hitze des Bodens auch durch die starken Sohlen.“ So schildert der Dichterfürst seine Eindrücke vom Brennenden Berg. Unter Goethes Füßen brannte damals bereits seit rund hundert Jahren ein Kohleflöz, das man wohl nicht löschen konnte. Ursächlich war vielleicht eine umgestürzte Grubenlampe. Jedenfalls machte man sich den brennenden Berg zunutze und barg die Grundlage zur Alaungewinnung.

Alaun kommt vom lateinischen „alumen“ und heißt in der langen Version Kaliumaluminiumsulfat. Bereits die Römer verwendeten das Doppelsalz unter anderem als Deo. Später kam es in Gerbereien und Färbereien zum Einsatz. Der Brand im Berg machte die Vorarbeit zur Gewinnung des Alauns, weil er den enthaltenen Tonschiefer röstete. Der wurde dann mit Wasser ausgelaugt und in einem weiteren Schritt konnte Kaliumalaun gewonnen werden. Man(n) kennt den Alaunstift heute auch noch, wenn man sich bei der Rasur zum Beispiel geschnitten hat, stillt er recht schnell das Blut. Bis ins 19. Jahrhundert reichten die Vorräte in der Klamm. Heute kann man am Brennenden Berg nicht mehr dampfgaren. Es hat sich abgekühlt.

Am Brennenden Berg wurden mehrere barrierefreie Wanderwege angelegt. Beliebt ist auch der Erlebnispfad Industriekultur (3km), der um den Brennenden Berg herumführt und dabei alte Bergmannspfade nutzt und über den Steinkohlebergbau im Saarkohlenwald informiert.

Östlich des Brennenden Bergs liegt der Sulzbacher Stadtteil Neuweiler. Hier findet sich ein interessanter Kirchenbau: die 1954-57 erbaute katholische St. Hildegard Kirche. Die St. Hildegard Kirche entstand nach Plänen des weltweit renommierten Architekten Gottfried Böhm.


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ivw