Sulzbach (Saar)

Im oberen Sulzbachtal am Saarkohlenwald liegt die Stadt Sulzbach. Die erste Silbe Sulz liegt nahe am Wort Salz und in Sulzbach sind die Salzhäuser eine denkmalgeschützte Sehenswürdigkeit, die auf die Zeit der Salzgewinnung in Sulzbach zurückgehen.

Die Salzgewinnung begann Mitte des 16. Jahrhunderts, sie war aber nicht von so großem Erfolg gekrönt und 1736 war dann auch schon Schluss. Das Salzherrenhaus und das Salzbrunnenhaus sind in der Mühlenstraße und liegen nordöstlich vom Stadtpark. Heute sind die Salzhäuser (um 1730 entstanden) Kulturtreffpunkte. Im barocken Bau des Salzherrenhauses, das sich eingeschossig unter einem hohen Mansarddach zeigt, ist das Sulzbacher Kulturamt zu finden.

Das Salzbrunnenhaus der Sulzbacher Saline steht benachbart und wurde über dem Salzbrunnen errichtet, der die Sole aus rund 20m Tiefe nach oben brachte. Hier finden Theateraufführungen, Ausstellungen und Konzerte einen historischen Raum.

Ein weiterer Ort für Kultur ist die „Neue Aula“ am ehemaligen Gymnasium in der Gärtnerstraße, nördlich des Stadtparks. Das alte Sulzbacher Gymnasium wurde 1906-08 im Stil der Neorenaissance gebaut. Im Ostflügel ist heute die Polizeiinspektion und im Westflügel ist die das Kultur- und Konferenzzentrum Aula, die das Alte mit dem Neuen gut verbindet. Auffallend ist die vorgesetzte Glasfassade, mit dem Eingangsbereich und dem Treppenhaus, der sich abends stimmungsvoll ausleuchten lässt.

In der benachbarten Vopeliusstraße, benannt nach dem Industriellen Carl Philipp Vopelius, steht das Amtsgericht aus dem Jahr 1913. Die Schaufassade ist im Stil eines barocken Schlösschens aus dem 18. Jahrhundert gestaltet, mit Säulenprotal und Dreiecksgiebeln.

Geht man nun durch die Vopeliusstraße in die Bahnhofstraße und von dort in die Sulzbachtalstraße, kommt man zur Villa Vopelius. Sie steht nahe dem Park und dem Sulzbach. Die Villa, von der ein Teil wegen Baumaßnahmen weichen musste, wurde für die Tochter des Glasfabrikanten gebaut. Sie entstand 1837 im klassizistischen Stil und zeigt einen monumentalen Säulenportikus an der Rückseite. Man muss an die italienische Renaissance denken, was nicht weiter verwundert, denn der beauftragte Architekt war Italiener. Die Villa mit flachem Zeltdach ist in Privatbesitz.

Benachbart sind zwei Kirchen. Am Kloster steht die katholische Allerheiligen-Kirche nach Plänen von Peter Marx. Die Kirche mit dem sehr präsenten, dreigeschossigen Glockenturm entstand 1927-1929. Die Basilika bildet zusammen mit der Marienkapelle und dem Pfarrhaus ein beeindruckendes Bild. Im Inneren ist die Kirche tonnengewölbt und es fällt viel Licht hinein.

In der Straße „Auf der Schmelz“ steht die evangelische Kirche aus dem Jahr 1854. Sie gilt als die erste Kirche an der Saar, die im Stil der Neogotik gebaut wurde. Im Inneren sind eine flache Holzdecke und eine l-förmige Empore aus dunklem Holz bildbestimmend.

Jetzt ist  man auch schon gleich am Ravanusaplatz, dem Marktplatz mit seinen hübschen Fassaden, gezierten Giebeln und teilweise mit Erkern versehenen Häusern. Ravanusa heißt übrigens die Partnerstadt Sulzbachs, die auf Sizilien liegt.

Folgt man der Sulzbachtalstraße und den aufsteigenden Hausnummern, kommt man zum Rathaus Sulzbach, das aus zwei Gebäuden besteht. Das ältere stammt aus dem Jahr 1867 und zeigt Spätklassizismus. Daran wurde 1904 viergeschossig angebaut und zwar im Stil der Renaissance und man sieht eine gegliederte Sandsteinfassade. Gleich nebenan ist die Rathausschule. Die einstige Volksschule ist heute Berufsbildungszentrum. Man sieht Neorenaissancestil, diesmal mit giebelbekrönten Eckrisaliten.

Neben weiteren sehenswerten Baudenkmälern in Sulzbach, ist das Bauensemble des alten Schlachthofs erwähnenswert. Ist man beim Rathaus, muss man von dort aus wieder die Sulzbachtalstraße zurückgehen, vielleicht nimmt man ja auch den Weg durch die benachbarte Grünanlage des Stadtparks Sulzbach, der mittlerweile als Salinenpark firmiert. Der geht auf die Parkanlage der einstigen Villa Vopelius zurück und wurde 1960 ausgebaut. Neben Entspannung bietet er auch einen Spielplatz.

In der Schlachthofstraße 11 ist das Verwaltungsgebäude des einstigen Schlachthofs, das 1899 gebaut wurde. Praktischerweise war seinerzeit Leben und Arbeiten nicht immer ein Gegensatz und hier waren auch Wohnungen für den Schlachthofdirektor und den Tierarzt vorhanden. Vom Schlachthof selbst ist die große Schlachthalle mit einem Turmaufbau aus Backsteinen zu sehen. Man hat im historisierenden Stil gebaut und rund hundert Jahre später kam ein moderner Vorbau hinzu.

Südöstlich in Sulzbach steht in der Straße „An der Blaufabrik“ die ehemalige Blaufabrik – man weiß nicht wie lange noch und in welchem Zustand. Die wenigen Gebäudereste der einstigen Blaufabrik, in der das Preußische Blau oder auch Berliner Blau erzeugt wurde, verfallen zusehends. Die Fabrik wurde 1786 gegründet und Vopelius war deren Leiter. Die Fabrik wurde 1938 geschlossen. Zur Fabrik gehören die Stauweiher am Bläubach an der Landstraße nach Neuweiler.

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