Spiesen-Elversberg

Spiesen-Elversberg liegt südwestlich von Neunkirchen, getrennt durch die A 8, die jeweils eine Abfahrt für Spiesen und eine für Elversberg bietet. Das macht Spiesen-Elversberg zu einer attraktiven Wohngemeinde im Grünen, denn von hier aus kann man schnell die größeren Städte wie Saarbrücken südwestlich oder Homburg östlich erreichen.

Zwischen Spiesen und Elversberg erhebt sich der Galgenberg und auf dem steht seit 1939 der 17m hohe Galgenbergturm als Wahrzeichen des Orts. Unten umgibt den Sandsteinturm eine offene Arkadenhalle. Die Treppe im Inneren wurde erneuert. Von der Aussichtsplattform aus kann man bis zum Schaumberg (568m) bei Tholey sehen. Östlich vom Turm liegt Spiesen und westlich Elversberg.

Ein schöner Teil von Spiesen-Elversberg liegt am Fuße des Galgenbergs mit dem Rosengarten am Galgenberg, der 1989 angelegt wurde. Auf 2.000qm werden 15 Sorten Rosen gezeigt und das Angebot des Rosenkreises Neunkirchen damit bereichert.

In Spiesen entstand im 19. Jahrhundert in zwei Bauphasen die katholische Pfarrkirche St. Ludwig im neugotischen Stil, dreischiffig und im Inneren mit Kreuzrippengewölben. Das Pfarrhaus aus dem Jahr 1884 steht benachbart und fällt durch die Dreiecksgiebel auf.

Auch in der Nähe steht das denkmalgeschützte Lionsche Haus, benannt nach dem Erbauer Theobald Lion. Es ist ein typisches südwestdeutsches Einhaus mit Wohnung, Stall, Scheune und wurde 1836 gebaut. Es hat zwei Geschosse unter einem Krüppelwalmdach und ist seit 2015 Sitz des Haus Lion. Haus Lion ist das Heimatmuseum von Spiesen. Es zeigt Dokumente und Exponate aus der Geschichte des Ortes, angefangen bei den Kelten über die Römer über die Bergmänner.

Auf dem Platz vor dem Haus Lion steht der Gänselieselbrunnen, auch eine Art Wahrzeichen des Ortes. Der Buntsandsteinbrunnen mit dem Mädel und seinen zwei Gänsen stammt aus dem Jahr 1935. Der Gänseliesel, einem Waisenkind zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, ist es nämlich der Legende nach zu verdanken, dass in diesem Landstrich überhaupt noch Menschen leben. 300 Jahre bevor man ihr den Brunnen widmete, war die junge Maid damit beschäftigt die Dorfgänse zu hüten, als eine schlimme Truppe ins Örtchen einfiel, klaute was ging und tötete, was nicht schnell genug davon kam. Gänseliesel schaffte es, sich und das Federvieh in Sicherheit zu bringen. Damit war das Überleben der Überlebenden auch gesichert.

In Elversberg prägen gleich zwei größere Kirchenbauten den Ort. Die katholische Herz-Jesu-Kirche entstand um 1900 im Stil der Neogotik als Stufenhalle mit drei Kirchenschiffen. Der Westturm steht neben dem Mittelschiff.

Die evangelische Pfarrkirche entstand etwas früher. Auch sie entspricht dem Stil der Neugotik und entstand als Stufenhalle. Ihr Glockenturm ist der Halle vorgesetzt. Dass in Elversberg überhaupt ein evangelisches Gotteshaus entstehen konnte, lag am aufstrebenden Bergbau und der Gründung der Grube Heinitz im Jahr 1846. Damals zogen zahlreichen Protestanten als Bergarbeiter ins Saarland. Die Kirche wurde an der Stelle des durch die Grube zur Verfügung gestellten Betsaals gebaut, in Anlehnung an die Kirche in Saarbrücken-Altenkessel.

Es gibt noch eine Gemeinsamkeit von Altenkessel und Elversberg: Frank Farian. Der vielfach ausgezeichnete Produzent, Komponist und Sänger, 1941 in Kirn als Franz Reuther geboren, wuchs in Altenkessel auf und verbachte seine musikalische Anfangszeit in Elversberg in den 1960er Jahren. Was Full Playback ist, erfuhren einige Zuhörer erst durch seine Kreationen Boney M. und Milli Vanilli.

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