Homburg

Die Universitätsstadt Homburg ist Kreisstadt im saarländischen Saarpfalzkreis. Bekannt ist Homburg bei Biertrinkern durch die Karlsberg-Brauerei, die 1878 als Bayerische Bierbrauerei zum Karlsberg gegründet wurde. Die beiden Top-Sehenswürdigkeiten in Homburg sind die Schlossberghöhlen mit der Ruine Hohenburg und das Römermuseum Schwarzenacker.

Homburg war für einige Jahre Residenz des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken. Karl II. August ließ 1778-88 auf dem Karlsberg (366m) das mondäne Schloss Karlsberg erbauen. 1793 allerdings wurde die Residenz – eines der frühen Bauwerke des Klassizismus – von den Franzosen zerstört. Heute ist nur noch wenig zu sehen. Das gilt auch für den Karlslust genannten Landschaftspark.

Einen guten Eindruck der früheren Residenzstadt Homburg erhält man dagegen rund um den Marktplatz, wo sich einige Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten haben. In der Klosterstraße 6 haben Reste der einstigen Franziskanerklosterkirche überdauert, die 1699 erbaut wurde. 1860 kaufte die jüdische Gemeinde das Gotteshaus und richtete sich eine Synagoge ein. Die Reichsprogromnacht und der Zweite Weltkrieg zerstörten das Gebäude und 1952 wurde es zum Teil abgebrochen. Man sieht noch die Umfassungsmauer des Erdgeschosseses, Fenster und Portal.

Am Marktplatz 8 steht das Alte Rathaus. Ein erstes Rathaus wurde bereits um 1680 gebaut und 1825 erfolgte ein Neubau, der 1952 erweitert wurde. Der Marktplatz in der Homburger Altstadt wird auch geprägt durch die katholische Pfarrkirche St. Michael mit ihrem auffallenden oktogonalen Kirchturm. Die Saalkirche wurde aus roten Sandsteinen in der Zeit von 1836-41 im Stile der Neuromanik errichtet und hat in ihrem Inneren einen Baldachinaltar. In der Nähe, in der Kirchstraße, steht die protestantische Kirche mit einem barocken Turm. Die Kirche wurde anstelle eines Vorgängers 1874 mit einem dreischiffigen neugotischen Langhaus erbaut.

Auch unter Denkmalschutz steht das Ensemble Landeskrankenhaus Homburg in der Kirrberger Straße. Die meisten Häuser stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Klinikkirche Homburg ist eine Simultankirche und Teil des Universitätsklinikums des Saarlands. Die Klinikkirche entstand 1906-09 im Stil des Historismus und im Inneren finden sich an den Wänden im Chor Jugendstilmalereien.

Begibt man sich auf Spuren des Jugendstils, sollte man die Augen offenhalten. Das Gebäude 34 der Uniklinik in Homburg in der Kirrberger Straße ist ein kleines Beispiel und heute ist hinter der beeindruckenden Holztür die medizinische Bibliothek der Universität des Saarlandes. Der reine Jugendstilbau entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Pfälzische Heil- und Pflegeanstalt. Daraus entstand nach dem Krieg die medizinische Fakultät der Universität des Saarlands.

In Homburgs Norden liegt der größte Stadtteil Erbach. Dort steht die katholische Pfarrkirche St. Andreas aus dem Jahr 1904 unter Denkmalschutz. Sie wurde im neugotischen Stil als dreischiffige Hallenkirche mit einem 64m hohen Turm errichtet. Im Inneren hat sie eine blaue Deckenbemalung im Chor.

Südöstlich von Homburg liegt der Stadtteil Kirrberg mit den Überresten der Merburg, die im 11. Jahrhundert entstand. Die Merburg gilt als kleinste und eine der ältesten Burgen des Saarlands.

Das Naturschutzgebiet Closenbruch liegt zwischen Homburg und dem Stadtteil Sanddorf. In dem knapp 82ha großen Closenbruch fließt der Karlsbergbach in den Reichersbach welcher wiederum in den Erbach fließt. Im Closenbruch befinden sich Borstgrasweiden und feuchte Hochstaudenflure, in denen sich u.a. Neuntöter, Großer Feuerfalter und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling wohl fühlen.