Tholey (Schaumberg)

Westlich von St. Wendel liegt Tholey, das Dorf am herausragenden Felsen (dol = herausragen, ley = felsen). Mit dem herausragenden Felsen ist der Schaumberg (568m) gemeint, der, weil er sich so deutlich vom Umland abzeichnet, auch gern als der Hausberg des Saarlands beschrieben wird.

Auf dem Gipfel des Schaumbergs wurde von 1914-30 der Schaumbergturm gebaut, der es bis ins Logo der Gemeinde Tholey geschafft hat. Einst hatten die Kelten auf dem Berg eine Fliehburg, gefolgt von den Römern und einer Signalwarte und die Grafen des Bliesgaus hatten eine Schauenburg um 1200. Die nachfolgenden Generationen sollten weitere Türme hier oben errichten. Der heutige Turm geht auf einen weitgehenden Neubau in der Zeit von 1972-76 zurück.

Der Schaumbergturm wurde aufwändig saniert und bietet von der Aussichtsplattform, auf die ein Panoramaaufzug führt, fantastische Fernsichten, im Norden bis zum Hunsrück, westlich liegt der Saargau und man kann bis zum Kernkraftwerk Cattenom in Frankreich gucken, südlich bis Saarbrücken und gar bis in die Vogesen.

Am Schaumbergturm ist ein Ehrenmal für die Gefallenen und zwar jene aus Deutschland und Frankreich. Der Deutsch-Französischen Beziehung ist auch eine Ausstellung gewidmet ebenso dem Klimaschutz.

Rund um den Schaumberg führt ein barrierefreier Herzweg (3km), mit der Freiluftausstellung Gipfelkunst. Kunst und Genuss sind auf dem Schaumberg Nachbarn, denn es gibt auch eine Schaumbergalm. Den Schaumberg im Namen hat das Erlebnisbad Schaumberg, das Römerstil beinhaltet, mit beispielsweise der Saunalandschaft Sauna Vicus. Dem Erlebnisbad grenzt ein Erlebnispark an mit Barfußpfad und weiteren Anregungen der Sinne.

Die Gründung des Orts Tholey selbst geht auf die Benediktinerabtei St. Mauritius Tholey zurück. Sie ist eine der ältesten Klostergründungen auf deutschem Boden und entstand zwischen 720 und 850. Die Abteikirche entstand ab 1260 und ist heute noch ein Schmuckstück.

Bleibt man noch ein bisschen in der Vergangenheit, bietet sich ein Besuch im historischen Museum Theulegium in Tholey an. Geologie, Vor- und Frühgeschichte kann man sich da ansehen und zwar anhand der Fundstücke der Grabungsstätte Wareswald zum Beispiel. Der geschichtlichen Entwicklung der Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey wird ebenfalls Raum gegeben und der Entwicklung des Amtes Schaumburg. Im Kellergewölbe liegt ein Kantonsgefängnis. Es gab nämlich im 13. Jahrhundert auf der Schauenburg ein Verlies.

Interessant ist auch der Tholeyer Rätselstein aus dem Jahr 1515, der im Museum Theulegium gezeigt wird und vermutlich aus der Abtei Tholey stammt. Die verwitterte lateinische Inschrift wird übersetzt mit: „Der Hahn war gefangen, es kämpften Kohorten mit Bauern.“ Sie nimmt als Bezug die Auseinandersetzung der Bauernheere des Deutschen Bauernkriegs mit den fürstlichen Heeren.

Folgt man von Tholey aus nach Westen der Bundesstraße B 269, kommt man in den Ortsteil Sotzweiler. Hier steht an der Autobahnabfahrt Tholey der A 1 das Kruzifix, das im ersten Schaumbergturm integriert war. Ein weiterer Hingucker ist das Wortsegel, ein 2005 errichtetes Denkmal für Poesie, das eine weithin sichtbare Landmarke ist.