Oberthal (Saar)

Inmitten des Sankt Wendeler Landes liegt die Gemeinde Oberthal mit den Ortsteilen Steinberg-Deckenhard, Güdesweiler und Gronig, das mit Oberthal fast verschmolzen ist.

Mit dem Hochmoorgebiet Oberthaler Bruch hat die waldreiche Gemeinde ein spannendes Stück Natur zu bieten. Der Oberthaler Bruch bietet auf gut 50ha ein artenreiches Feuchtgebiet. Allein 212 Pflanzenarten und über achtzig Schmetterlingsarten hat man im Oberthaler Bruch gezählt. Auch Wanderer haben hier Platz, auf vorgegebenen Wegen versteht sich. Der Weg von Oberthal zum Moorgebiet ist als Waldlehrpfad angelegt.

In Oberthal selbst ist die katholische St. Stephanus Kirche geschützt. Die Hallenkirche wurde 1823 einschiffig im historisierenden Stil mit neugotischen Elementen gebaut und mit einem Westturm ausgestattet.

Eine Sage befasst sich mit der Valentinskapelle, die 1764 fertig wurde und im Inneren 14 Kreuzwegestationen zeigt. Der Erbauer war der Eremit Johann Nonninger, der war eigentlich Schiffer und der Überlieferung nach wollte er mit dem Kapellenbau den Tod eines ertrunkenen Jungen sühnen. An der Valentinskapelle ist auch ein Brunnen. Der sogenannte Gute Brunnen habe bereits im Mittelalter klares Quellwasser geliefert, das gegen Augenleiden half und später auch gegen Ehelosigkeit junger Bräute.

Nördlich von Oberthal verläuft der Grenzsteinweg (9km). Er führt entlang einer historischen Grenze rund um den Leißberg (512m) und kommt auch in den Bereich des Rhyolith-Steinbruchs. Auch geht man ein Stück der Straße der Skulpturen entlang.

Auf dem Leißberg befindet sich das Naturdenkmal der sogenannten Wildfrauhöhle. Die hatte dem oben genannten Emeriten Johann Nonninger übrigens gesagt, er solle an der jetzigen Stelle eine Kapelle bauen. Der Stein der wilden Frau ist ein bisschen ausgespült und sieht aus wie ein Unterschlupf.

Um den Leißberg führt auch der Rötelsteinpfad (15km), der sich mit der Oberthaler Tradition des Rötelgrabens und dem Handel damit befasst. Der Rötelsteinpfad bietet aussichtsreiche Blicke in das Nahetal und in das Hochmoor Oberthaler Bruch sowie über das Sankt Wendeler Land. Mit dem Rötelstein hat wohl auch schon Leonardo da Vinci gemalt. Der eisenoxydhaltige rote Ton verleiht den Bildern eine warme Erdigkeit, ist zudem wasserabweisend, weil etwas fettend und er haftet gut auf Zeichenpapier.

Östlich von Oberthal liegt der Ortsteil Güdesweiler und hier ist das 1793 im Stil eines süddeutschen Bauernhauses gebaute Heimatmuseum zu finden, im sogenannten Millpetersch Haus, das sich nach wie vor im Familienbesitz befindet. Spinn- und Webstuhl, Schmiede und ein Kolonialwarenladen sind hier zu sehen (Öffnungszeiten nach Vereinbarung).

Ganz im Süden, am Schnittpunkt der Gemarkungen von Oberthal, Tholey und Marpingen liegt das Grabungsgelände Vicus Wareswald. Hier kreuzten sich zwei wichtige antike Straßen, die Verbindung von Metz nach Mainz und die Straße von Straßburg nach Trier. An diesen bedeutenden Römerwegen entstand am Fuße des Schaumbergs (568m) im 1. Jahrhundert eine gallo-römische Siedlung. Da darf man auch mitgraben! Natürlich nur unter fachkundiger Leitung. Das Grabungsteam Wareswald bietet die Möglichkeit für Schulklassen und andere Interessierte, an den Ausgrabungen teilzunehmen. Man fand bislang schon Spuren eines großen Wohnhauses, edel ausgestattet, eine Tempelanlage, vermutlich um Mars zu huldigen und ein Pfeilergrabmal, das vielleicht 12m hoch war.

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