Rötelsteinpfad


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 15 km
Gehzeit o. Pause: 4 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑538m  ↓538m
Rötelsteinpfad im Sankt Wendeler Land

Rötel, auch roter Ocker genannt, ist eine Mineralfarbe, die aus Ton, Kreide und Hämatit besteht und seit rund 100.000 Jahren von Menschen zum Färben und Malen verwendet wird.  Bei Ausgrabungen am römischen Vicus Wareswald bei Tholey wurde eine im 4. Jahrhundert eingerichtete Rötelstiftmanufaktur entdeckt.

Später wurde Rötelstein überall in Europa als Zeichenstift eingesetzt. Das bekannte Selbstbildnis Leonardo da Vincis ist z.B. mit Rötel gezeichnet. Auch Michelangelo, Raffael und Rubens griffen gerne und häufig zum Rötelstift. Da wundert es nicht, dass der im nördlichen Saarland abgebaute Rötel bis ins 20. Jahrhundert erfolgreich von den Oberthaler Rötelkrämern in ganz Europa gehandelt wurde.

An die Geschichte der Rötelkrämer erinnert heute u.a. der Rötelsteinpfad in Oberthal. Los geht es an der Christkönigkirche in Güdesweiler. Die Christkönigkirche wurde 1924-28 erbaut und ist mit ihrem achteckigem und 46m hohen Kirchturm ortsbildprägend.

Vorbei am kleinen Güdesweiler Weiher wandern wir bergan hinauf auf den Scheuerberg (448m). Vom Gipfelkreuz haben wir eine schöne Sicht über Oberthal und hinüber zum Gipfel des Schaumbergs (568m), dem Hausberg des Saarlands.

Wir folgen ein Stück dem kleinen Lautenfloßtal und halten uns dann hinauf zum Gipfelplateau des Mombergs (491m). Der Rötelsteinpfad verläuft in Serpentinen bis zum Rastplatz Momberg mit der wunderschönen Fernsicht ins Sankt Wendeler Land.

Über den Momberg und vorbei an Resten eines keltischen Ringwalls wandern wir ins Nahetal. Die Nahe gibt uns nun die Richtung vor. Flussabwärts wandern wir Richtung Oberthaler Bruch, wo wir ein kleines Stück über einen Bohlenweg gehen.

Am Rastplatz Nohmühle verlassen wir das Nahetal wieder und steigen erneut hinan. Durch den Wald geht es zur Valentinskapelle. Der heutige Bau stammt aus dem 18. Jahrhundert, aber schon lange vorher soll es hier eine Einsiedlerkapelle gegeben haben. Direkt an der Valentinskapelle befindet sich der Gute Brunnen. Das Quellwasser galt im Mittelalter als Heilmittel bei Augenkrankheiten.

Bis zum Ziel geht es stetig bergab über Wiesen und Waldpfade bis zur Hauptstraße in Güdesweiler. Zwei Gaststätten in der Dorfmitte laden die Wanderer zur Stärkung nach der Tour ein.

Bildnachweis: Von Speifensender [GFDL] via Wikimedia Commons

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