Neunkirchen (Saar)

Neunkirchen ist die zweitgrößte Stadt im Saarland und liegt im Bliestal. In Neunkirchen, das auch einen Zoologischen Garten hat, wird sehr viel Abwechslung geboten und man kann Zeuge eines gelungenen Strukturwandels werden, insbesondere wenn man sich das Alte Hüttenareal ansieht.

Neunkirchen ist gleich mehrfach spannend. Zum einen ist es eine Wiege der Montanindustrie, hat Wurzeln im Bereich Steinkohlebergbau und zum anderen kam in Neunkirchen Erich Honecker, in den 1970er und 1980er Jahren der mächtigste Politiker der DDR, zur Welt. Sein Elternhaus steht in der Kuchenbergstraße 88 im Stadtteil Wiebelskirchen. Klein Erich war der Sohn eines Bergarbeiters und ging mit 10 Jahren in die Kommunistische Kindergruppe in Wiebelskirchen und aus dem Saarland heraus ging es für ihn zum Studieren nach Moskau.

Die Fürsten von Nassau-Saarbrücken besaßen einst in Neunkirchen ein Renaissance-Schloss, das auf der Höhe des Oberen Marktes stand. Die Anlage wurde im Dreißigjährigen Krieg zerschossen, wieder aufgebaut und war im 17./18. Jahrhundert ein Jagdschloss. Heute sieht man in der Irrgartenstraße nur noch Reste von Türmen. Ortsbezeichnungen, die „Burg“ im Namen tragen, erinnern an das Schloss. Da wäre der Burgkeller zu nennen mit Teilen des einstigen Schloss-Gewölbekellers. Der Obere Markt war übrigens Mittelpunkt des Dorfes Neunkirchen, das 1922 Stadtrechte bekam.

Die katholische Pfarrkirche St. Marien wurde 1885 in neuromanischen Stil als Basilika auf einem kreuzförmigen Grundriss erbaut mit einem Mittelschiff und zwei Seitenschiffen, einem Querhaus und einer sich anschließenden Apsis. Vor der Kirche steht eine Mariensäule, die aus dem Jahr 1954 stammt. Am Oberen Markt steht auch das Rathaus der Kreisstadt Neunkirchen. Es ist rot und weiß.

Auch das Schloss im Namen trägt die Schlossbrauerei Neunkirchen. Erhalten hat sich davon der Sudturm in der Büchelstraße. Die Brauerei wurde 1838 gegründet und war bis 1988 im Besitz der Gründerfamilie Jacob Christian Schmidt. Es folgte eine Übernahme der Schlossbrauerei durch die Karlsberg Brauerei, die den Neunkirchener Standort 1997 aufgab. Der Sudturm wurde 1928 zweifarbig aus kubischen Elementen gebaut.

Hält man sich von Neunkirchen aus nördlich, kommt man in den Stadtteil Wiebelskirchen. Hier lockt das Naturschutzgebiet Bliesaue bei Wiebelskirchen. Die Auewiesen und das Ufer der Blies dienen den unterschiedlichsten Tier- und Pflanzenarten als bevorzugter Lebensraum. An Pflanzen haben sich u.a. Breitblättriges Knabenkraut, Haarstrang-Wasserfenchel und Wasserampfer angesiedelt. Als charakteristische Tierarten gelten Graureiher, Sumpf- und Teichrohrsänger, Schwarzkehlchen, Nachtigall, und Sumpfschrecke.

Sehenswert ist in Wiebelskirchen die katholische Dreifaltigkeitskirche. Sie wurde 1915-16 als dreischiffige Basilika mit vorangestelltem Turm im Stil des Neubarock errichtet. Außergewöhnlich ist die reiche Innenausmalung. Sie wurde von Christoph März ausgemalt, der auch als Malerpastor bekannt wurde. März war Pastor in Eschfeld, einem Ort auf dem Islek in der Eifel.

Südwestlich des Stadtkerns von Neunkirchen liegt das Naturschutzgebiet Kasbruch, ein unbesiedeltes Gebiet, das Neunkirchen von den Stadtteilen Furpach, Kohlhof und Ludwigsthal trennt. In Furpach besteht ein Hofgut, das bereits im Mittelalter bestand. Nach den Wirren der Geschichte zeigt es sich heute als 1821 erbautes Hofgut mit Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden.

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